Hanoi Street Food: Diese 10 Gerichte darfst Du nicht verpassen!

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Vietnam hat für mich (mit knappem Vorsprung vor Mexiko) die beste Küche der Welt: jedes Gericht ist eine perfekte Harmonie aus sauer, süß, salzig und scharf. Auf meiner kürzlichen zweiten Reise nach Nord-Vietnam freute ich mich am meisten auf das Hanoi Street Food, denn nirgendwo sonst findet man so viel frisches, gutes Essen auf so kleinem Raum wie in der vietnamesischen Hauptstadt.

Das Gewusel der Hanoier Altstadt kann besonders beim ersten Besuch überwältigend sein. Deswegen stelle ich Dir in diesem Artikel meine 10 liebsten Hanoi Street Food Gerichte vor, sowie jeweils eine Adresse für ein Lokal, wo Du diese probieren kannst. Am Schluss des Artikel habe ich auch eine Empfehlung für einen Hanoi Street Food Touranbieter.

HANOI STREET FOOD: MEINE TOP 10

Hier findest Du alle meine Top 10 Hanoi Street Food Lokale auf GoogleMaps >> Karte mit allen empfohlenen Lokalen

Papayasalat mit Beef Jerky (Nộm Thịt Bò Khô)

Nur wenige Meter vom Hoan-Kiem-See wird im Lokal Long Vi Dung eine leichte Köstlichkeit verkauft, die sich perfekt als Appetizer eignet: Asia-Salat (Nộm) aus grüner Papaya, Erdnüssen, Minze, und Limettensaft, belegt mit süßlich-scharfem Trockenfleisch vom Rind (Thịt Bò Khô).

Frühlingsrollen (Nem Rán)

Läuft Dir auch ein kalter Schauer über den Rücken, wenn Du an die fürchterlichen Fertig-Frühlingsrollen in deutschen Asia-Restaurants denkst? In Vietnam hast Du die Möglichkeit, das unfassbar leckere Original zu probieren.

Ein Geheimtipp in Hanoi ist die Verkäuferin Huyen. Sie baut jeden Abend ihren kleinen Stand neben dem “Garden House” Restaurant auf und rollt etwa 1200 Frühlingsrollen pro Abend – und das seit 15 Jahren! Die Einheimischen stehen bei ihr Schlange für die brühheißen Blätterteig-Rollen, gefüllt mit hauchfein geschnittenem Schweinefleisch, Karotten, Lauchzwiebeln, Morcheln, Glasnudeln und Sojasprossen.

Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch (Bún Chả)

Das bekannteste Gericht aus Hanoi ist Bún Chả: auf getrennten Tellern bekommst Du dünne Reisnudeln (Bún), glasierten Schweinebauch oder Frikadellen, eingelegtes Gemüse, süß-saure Fischsoße, sowie einen Korb mit Kräutern serviert. Dazu kannst Du noch leckere Krabben-Frühlingsrollen (Nem Cua Bể ) bestellen.

Seitdem Barack Obama 2016 zusammen mit Anthony Bourdain in einem Hanoier Lokal beim Bún-Chả-Essen gesichtet wurde, ist ein regelrechter Hype um das Gericht ausgebrochen. Du findest nun in vielen touristischen Lokalen eine “Bún Chả Obama”-Kombo (mit Bier) auf der Karte.

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Frozen Joghurt (Sữa Chua Dẻo)

Sữa Chua Dẻo ist eine Köstlichkeit, die ich leider erst an meinem letzten Tag in Hanoi entdeckt habe: cremig-süßer vietnamesischer Yoghurt (Sữa Chua) wird geliert, gefroren und in Würfel geschnitten. Dieser “Frozen Joghurt” harmoniert zum Beispiel perfekt mit Nếp Cẩm (schwarzem Klebreis), aber kann auch mit Kaffee, Schokolade oder Kokosmilch bestellt werden.

Gedämpfte Reismehl-Pfannkuchen (Bánh Cuốn)

Mein Lieblingsgericht in Nordvietnam waren Bánh Cuốn: zuerst wird Reismehl-Teig auf einem Dampftuch zu dünnen Pfannkuchen geformt und anschließend mit gehacktem Schweinefleisch, Pilzen und auf Wunsch mit Spiegelei gefüllt. Vor dem Servieren werden die Pfannkuchen noch mit einer Schere in mundgerechte Stücke geschnitten.

Tipp: Typischerweise wird zu Bánh Cuốn eine vietnamesische Wurst mit Zimtnote (Chả Lụa) in Brühe gegessen. Klingt vielleicht eigenartig, aber ist absolut lecker!

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Baguette vietnamesischer Art (Bánh Mi)

Ein kurioses Überbleibsel aus der französischen Kolonialherrschaft sind Bánh Mi: knusprige Baguettes, belegt mit feinen Karotten, Gurken, Koriander, Chili, Paté und Mayonaise. Dazu gibt es eine warme Fleischeinlage, wie zum Beispiel Hähnchen, BBQ Rind oder Pulled Pork.

Witzigerweise wird Bánh Mi oft von kleinen fahrbaren Ständen mit “Döner Kebab” Aufschrift verkauft. Für Touristen gibt es in Hanoi mittlerweile einige schick aufgemachte Läden wie Bami Bread.

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Pudding (Chè)

Chè ist ein Überbegriff für unzählige vietnamesische Süßigkeiten. Es handelt sich dabei um eine Art Pudding aus einem (für die meisten Westler eher gewöhnungsbedürftigen) Mix aus Flüssigem, Gelee, Schleimigem und Festem. Die Zutaten können zum Beispiel Bohnen, Kokos, Reis oder Früchte sein.

Abends verkaufen viele Frauen ihre Chè-Kreationen auf der Straße. Ein guter Laden in Hanoi, um Dich an vietnamesische Puddings heranzutasten, ist Chè Dung. Sämtliche Hanoi-Street-Food-Touren karren Touristen hierher, da es eine ausführliche englische Karte gibt.

Gut geschmeckt hat mir dort Chè Khoai mit Taro-Stücken (ähnlich wie Kartoffel) für 17.000 Dong. Wer sich nicht an die Chès traut, kann auch eine ultraleckere Riesenportion Thai-Sticky Rice mit frischer Mango und Kokoseis für 40.000 Dong ordern.

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Rindfleisch-Nudel-Salat (Bún Bò)

Eine weitere Bún-Variation aus Südvietnam ist Bún Bò: die dünnen Reisnudeln werden mit mariniertem Rindfleisch, Gemüse, Röstzwiebeln, Erdnüssen und einer süß-sauren Soße vermischt.

Da das Gericht eher Salat-Charakter hat, ist es eine tolle leichte Abwechslung. Bách Phương ist das bekannteste Bún Bò-Lokal in der Hanoier Altstadt.

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Eierkaffee (Cà Phê Trúng)

Ein weiteres Hanoier Original ist der sämig-süße Eierkaffee, der 1946 von Nguyen Giang aus der Not heraus erfunden wurde. Da Milch zur Zeit des Indochinakrieges knapp war, nahm er ein Eigelb, schlug es mit Honig auf und schüttete Kaffee hinein. Fertig war der Eierkaffee!

“Egg Coffee” wird mittlerweile in Cafés in ganz Vietnam verkauft, aber das Original bekommst Du nur im Cafe Giang in Hanoi, das bis heute vom Sohn des Erfinders betrieben wird. Am Ende des schmalen Ganges wirst du wahrscheinlich Tri persönlich an der Kasse sitzen sehen, wie er den Gästen den Weg in den schön begrünten zweiten Stock des Cafés zeigt.

Reisnudelsuppe (Phở) 

Keine Food-Tour in Hanoi wäre komplett ohne das berühmteste vietnamesische Gericht: Phở (gesprochen: “Föör”) ist eine schmackhafte Suppe auf Reis-Bandnudeln, die mit Gewürzen wie Kardamom, Sternanis, Zimt und geröstetem Ingwer bis zu 48 Stunden lang ausgekocht wird. Die beiden Hauptvariationen sind mit magerem Rindfleisch (Phở Bò) oder Hähnchen (Phở Gà). Dazu gereicht werden Kräuter, Fischsoße, Limetten, Chiliringe und Teigstangen (banh quay).

Schon frühmorgens um 6 Uhr wirst Du überall in Hanoi vollbesetzte Phở -Straßenstände sehen. Du musst dich eigentlich nur dazusetzen und wirst sofort eine dampfende Schale vorgesetzt bekommen. Ein Touristen-freundliches Phở-Lokal ist Phở 10 in der Nähe der Kathedrale.

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Organisierte Hanoi Street Food Touren

Organisierte Street-Food-Touren gehören in Hanoi mittlerweile zum Standardprogramm für Touristen. Bei meiner letzten Vietnam-Reise habe ich an einer Tour von Ha Food Tours teilgenommen. Mit 25 USD pro Person sind diese zwar happig, dafür sprechen die Guides perfektes Englisch und erzählen auch einiges Interessantes zur vietnamesischen Essens-Philosophie. Wenn Du also wenig Zeit in Hanoi hast, oder Dich nicht alleine in die Einheimischen-Lokale traust, ist die Tour ideal!

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Offenlegung: Vielen Dank an TamTravel und Vietnam Airlines für die Einladung zur Recherchereise nach Vietnam!

Bildnachweise:

  • Chè Thưng” von Zxcvasdfqwer888. Wikicommons unter CC-BY-SA 3.0
  • Bun Bo Nam Bo” von fabulousfabs, Wikicommons unter CC-BY-2.0

2 Kommentare

  • Oli says:

    Das Loblied überrascht mich jetzt etwas. Ich fand die vietnamesische Küche (vielleicht mit Ausnahme von Myanmar und den zentralasiatischen Staaten) nämlich die schlechteste in ganz Asien.

    Ich war im Januar ein Monat lang in Südvietnam unterwegs und verbrachte auch ein paar Tage in den untouristischeren Städtchen im Mekong-Delta. Da bin ich teilweise echt eine Stunde durch die Strassen geirrt, um etwas anderes zu finden als Pho.

    Aber Fehlalarm. Eine Woche lang gab es nicht, nichts anderes als Pho und das schmeckte mir wegen des übermässigen Korreanders sowieso nicht sonderlich. Nur zwei Mal fand ich in der Woche ein anderes Gericht – aber die steinharten Kotletts (?) waren so herzlos zubereitet, dass ich auch gleich beim Pho hätte bleiben können.

    Zugegeben: In Ho Chi Minh ging es dann wieder. Aber mein kulinarisches Highlight war dann am Ende doch der Mc Donalds, dem ich mich am Ende in meiner Verzweiflung hingab. Positiver Effekt war aber, dass ich in Vietnam drei Kilo abgenommen habe. 🙂

    • Steffi says:

      Haha, oh je Oli …. ich meine das wirklich so, ich kann mich nicht dran erinnern in Vietnam jemals schlecht gegessen zu haben (außer einmal in so ner blöden Ami-Beachbar auf Phu Quoc). Ich könnte Pho aber auch zu jeder Mahlzeit verputzen und liiiebe Koriander 🙂

      Stimmt, in kleineren Orten ist es schon manchmal schwieriger Essen zu finden das Westlern zusagt, oder überhaupt zu wissen wo man hingehen soll (Innereien, Schnecken usw brauch ich jetzt auch nicht :D). Ich hab dann immer eher versucht in der Unterkunft zu essen, falls es da ein Angebot gab (zB in Can Tho)

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