Meine 11 Fuerteventura Highlights (auch ohne Mietwagen!)

Fuerteventura ist ein Urlaubsort, über den die Meinungen auseinandergehen. Für die einen ist Fuerteventura eine langweilige Rentnerinsel, für die anderen ein Surf- und Wanderparadies mit Traumstränden. Auch mein erster Eindruck war alleine schon wegen des ungewöhnlich windig-wechselhaften Februar-Wetters nicht der beste.

Doch als ich während meines einwöchigen Surfcamps von Corralejo aus mehrere Tagesausflüge mit dem Bus über die ganze Insel unternahm, zeigte sich: es gibt auf der Kanareninsel wirklich schöne Ecken zu entdecken!

Deswegen stelle ich Dir heute meine 11 Fuerteventura Highlights vor, die Du sogar ohne Mietwagen erreichen kannst. Der Artikel ist unterteilt in die verschiedenen Inselregionen – Nordosten, Nordwesten, Süden und Zentrum – die man jeweils an einem Tag besichtigen kann.

Wichtig: die von mir angegeben Infos über Buslinien und Fahrtzeiten sind von Februar 2015 und sollten am besten von Dir vor Ort neu recherchiert werden. Ausführliche Infos über den öffentlichen Nahverkehr, Kosten, Flüge und Unterkünfte auf Fuerteventura findest Du im Spezial-Artikel Fuerteventura auf eigene Faust: Das musst du wissen!

Meine 11 Fuerteventura Highlights

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DER NORDOSTEN

Die Dünen von Corralejo

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Die weitläufigen Sanddünen liegen direkt vor der Stadt Corralejo und sind am besten bei Sonnenauf- oder untergang zu fotografieren. Mit der Linie 6 kommt man in fünf Minuten von Corralejo zur Haltestelle vor den RIU-Hotels, welche groteskerweise mitten in die Dünen gebaut wurden.

Der schönere Teil der Sanddünen kommt allerdings weiter südlich bei der Parkbucht von Playa del Moro. Um dort hinzukommen, entweder den Busfahrer nett fragen, ob er Dich dort rauslässt (unwahrscheinlich), mit einem Leihfahrrad hinfahren oder trampen.

Corralejo

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In Corralejo, dem größten und belebtesten Ferienort von Fuerteventura, trifft man vor allem Surfer und britische Urlauber an (English Breakfast, anyone?).

Wer mit der Buslinie 6 aus Puerto del Rosario kommt, kann direkt vorm Einkaufszentrum “El Campanario” mit seinem unübersehbaren Glockenturm aussteigen und diesen für einen kostenlosen Rundblick auf Lanzarote und die umliegende Vulkane besteigen. Von dort aus sucht man den schnellsten Zugang zum Meer und spaziert entlang der Strandpromenade Richtung Hafen.

Auf dem Weg gibt es einige nette Lokale, wie die urige Cofradia de Pescadores, vor der oft Musiker spielen. Für Kaffee, Kuchen und Snacks empfehle ich Mas Que Bakery auf der Hauptstraße, für Säfte und veganes Essen die Baobab Juice Bar.

Isla de Lobos

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Das Eiland Isla de Lobos liegt zwischen Fuerteventura und Lanzarote und ist ein kleines Wander- und Schwimmparadies – nicht einmal in der Karibik habe ich so klares türkises Wasser gesehen! Die Fähre legt vom Hafen von Corralejo um 10h und 11h ab und kehrt um 13h45 und 16h zurück (15 Euro, je 20 Minuten) – wer empfindlich ist sollte lieber Tabletten gegen Reiseübelkeit mitnehmen.

Auf der Insel angekommen marschiert man zuerst ins baufällige Pueblito (Dörflein), um im einzigen Restaurant der Insel beim grantigen Kellner sein Mittagessen zu bestellen, das man dann vor der Rückfahrt nach Corralejo zu sich nehmen kann. In der Zwischenzeit kann man 2 Stunden auf einem überraschend abwechslungsreichen Rundweg, am besten gegen den Uhrzeigersinn, um die Insel wandern. So gelangt man am Ende zum ruhigen und einigermaßen windgeschützten Strand Playa de las Conchas.

DER NORDWESTEN

La Oliva – Lajares

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Auf der Strecke von Corralejo nach El Cotillo (Buslinie 8) liegen ein paar nette Dörfer wie La Oliva. Ein Stopp in Lajares lohnt sich allein schon, um auf einen Kaffee und französisches Gebäck im El Goloso De Lajares bei der bezaubernden Verkäuferin Júlia vorbeizuschauen. Bei einer anschließenden 2-stündigen Wanderung zum Vulkankrater des Calderón Hondo kann man die Tartelette-Kalorien auch gleich wieder verbrennen.

El Cotillo

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Das niedliche verschlafene Fischerdorf ist mein Lieblingsort auf Fuerteventura. Hier scheint sich eine alternativ-künstlerische Szene etabliert zu haben, denn es gibt einige interessante Läden und Straßenausstellungen.

Den berühmten Sonnenuntergang bestaunt man von den Restaurants an der Uferpromenade oder von den Klippen im Süden mit Blick auf die herrlichen Buchten der Playa del Castillo. Busse fahren stündlich bis 20h zurück nach Corralejo.


Mein Reiseführer-Tipp:

Baedeker SMART Reiseführer Fuerteventura

Top-Aktuell (Edition 2015) und extrem übersichtlich gestaltet. Mit praktischer Spiralbindung, herausnehmbarer Landkarte und kleinen Wandertouren.

 


DER SÜDEN

Morro Jable

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Im Südzipfel von Fuerteventura haben sie sich also versteckt, die ganzen Deutschen. Geshoppt wird in Morro Jable in der “Fundgrube”, getrunken in “Heidi’s Strandbar” und auch Dein bestes Spanisch wird der Kellner mit tadelfreiem Deutsch übertrumpfen.

Nach einer (nicht sehr spannenden) zweistündigen Busfahrt von Corralejo mit der Linie 1 wird man an der Mini-Fußgängerzone von Morro Jable rausgelassen, die direkt zur wirklich schönen Strandpromenade führt. Dort kann man sich eines der vielen touristischen Meerblick-Restaurants zum Mittagessen aussuchen.

Wenn man möchte, kann man in knapp 5 Stunden den Strandweg bis Costa Calma weiterlaufen. Ich bin aber schon spät dran (und faul) und nehme nach 15 Minuten Spaziergang an der Bushaltestelle vorm (ähm, hässlichen) Leuchtturm die Linie 5 zurück Richtung Costa Calma – die einzige Linie, die direkt zu einem der Strände fährt.

Playa de Sotavento – Costa Calma

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Linie 5 hält direkt vor dem Hotel Gorriones, von dem aus man sofort einen wunderbaren Blick auf den Traumstrand Playa de Sotavento mit seiner 5km lange Sandbank hat. An der palmenüberdachten Beach-Bar vom Kitesurf-Center Rene Egli hätte ich den ganzen Tag verbringen können, aber konnte mich doch noch zu einem zweistündigen Strandspaziergang gen Süden zu den Kitesurferstränden aufraffen.

Busse zurück nach Costa Calma fahren nur bis 15h, aber es lohnt sich sowieso, einfach enlang des Küstenwegs dorthin zu laufen. Nach knapp 30 Minuten erreicht man die wunderschöne Bucht Playa Esmeralda und zehn Minuten später Costa Calma. Für die nächste Bushaltestelle muss man rechts hinter der Hotelanlage “H10 Tindaya” den Berg rauf, vorbei am Café Berlin und dann schräg rechts durch den botanischen Garten. Die Haltebucht der Linie 1 nach Puerto del Rosario ist gegenüber einer Ufo-ähnlichen Tankstelle.

DAS ZENTRUM

Antigua

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Das Dörflein Antigua ist mit der Linie 1 bestens angebunden (25 Minuten von Puerto del Rosario) und ist berühmt für die restaurierte Windmühle Molino de Antigua. Seit neuestem gibt es dort neben dem botanischen Garten ein Käsemuseum (2€ Eintritt), wo’s zwar keinen Käse zu kosten gibt, aber man virtuell Ziegen melken kann, juhu ;). Schaut dafür zum Frühstücken unbedingt in der zuckersüßen Cafetería El Tiempo neben der Kirche vorbei.

Der Weitertransport nach Betancuria ist etwas tricky – nur einmal am Tag gegen 11:45 kommt die Linie 2 am Kirchplatz vorbei – oder, wie in meinem Fall, kommt sie auch mal gar nicht. Das Dorf ist sehr verlassen und ich hatte beim Trampen Glück, dass sich nach 30 Minuten ein deutsches Rentnerpaar meiner erbarmte und mich mitnahm. Anstatt sinnlos auf den Bus zu warten, könnte man auch gleich die zweistündige Wanderung nach Betancuria machen.

Mirador Morro Velosa

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Der Mirador Morro Velosa ist ein Aussichtspunkt auf dem eindrucksvollen Bergpass zwischen Antigua und Betancuria, zu dem mich meine Fahrer netterweise mitgenommen haben. Dort gibt es ein (leider eher ungemütlich aufgemachtes) Panoramacafé und eine informative Ausstellung über die Geologie, Flora und Fauna Fuerteventuras.

Betancuria

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Betancuria ist ein wirklich goldiges Dorf und eines der Hauptausflugsziele auf der Insel. Man kann sich die Kirche anschauen, durch das Dorf schlendern und im rustikal-schicken Restaurante Casa Santa Maria mit dem unverschämt gut aussehenden Barkeeper plaudern 😉 bevor es mit der Linie 2 um 15h15 (einziger Bus am Nachmittag) weiter nach Río Palmas geht. Oder eine der vielen Touristen mit Mietwagen fragen, ob sie Dich mitnehmen.

Vega de Río Palmas

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Direkt an der Endhaltestelle des Busses in Río Palmas (vor der nagelneuen Casa de la Naturaleza) beginnt ein wunderbarer Wanderweg durch Palmenhaine zur Kapelle Ermita de Virgin de la Peña. Du hast eine gute Stunde Zeit, bis der letzte Bus um 16h30 zurück nach Corralejo fährt, was für die Wanderung ausreicht, wenn man nicht allzu sehr rumtrödelt oder, wie ich, aus Versehen auf dem Höhenweg landet, der in eine Sackgasse führt. Spätestens jetzt kann mir keiner mehr erzählen, dass Fuerteventura nur karge Wüste ist!

Nicht vergessen!

  • Sweater/Winddichte Jacke: das Wetter war im Februar recht wechselhaft und bei starken Wind kann es richtig kalt werden.
  • Sonnenschutz mit hohen LSF (50): wenn die Sonne sich mal zeigt, dann brennt sie richtig.
  • Haarkur: das vom Wind zerzauste Haar wird’s Dir danken
  • Tabletten gegen Übelkeit für Fahrten mit der Fähre
  • Strandmuschel gegen den nervigen Wind und die starke Sonne

Persönliches Fazit: Auch wenn die Ferienorte mit ihren endlosen Hotelblocks auf den ersten Blick lieb- und leblos wirken und die Landschaft streckenweise karg ist, kann man einige zauberhafte Ecken auf Fuerteventura finden. Wer eine lebendigere Winterdestination mit mehr Kultur und Geschichte sucht, könnte im nahen Marokko fündig werden.

Warst Du schon auf Fuerteventura oder einer anderen Kanarischen Insel? Was waren Deine Fuerteventura Highlights?

Zum Weiterlesen:
Fuerteventura auf eigene Faust: Das musst Du wissen!

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Linktipps aus der Blogosphäre:

12 Comments

  • Katrin says:

    Hi Steffi – bin zzt auch allein in Corralejo und eine ebenfalls ungeübte Autofahrerin 😉 Danke für Deine mutmachende Erläuterung zum Busfahren….
    Wo finde ich die sog. mainstation in Corralejo – vor dem Einkaufscenter wo auch Zara ist? Und nach La Pared geht wirklich nur trampen?
    LG Katrin

    • Stefanie says:

      Hey Katrin!
      Ich weiss nicht ob es dir jetzt noch was bringt, aber in Corralejo gab es zumindest vor einem Jahr noch keinen Busbahnhof, aber der Bus fährt auf der Hauptstraße entlang (auf jeden Fall beim Einkaufscenter mit dem Glockenturm, wo der Zara ist weiss ich nicht 😉
      Lg Steffi

  • Sophia says:

    Hallo Stefanie!

    SUPER BLOGG!
    Ich geh im Mai nach Fuerteventura mit meinem Freund, wollen mit nem Rucksack durch düsen( Bus / Laufen) , 7 Tage lang. wir wollen auch nur hauptsächlich in solchen Surf Hostels spontan übernachten und wenn es gut kommt kann man auch einfach den Schlafsack auspacken und in der wunderschönen Natur schlafen, das geht sich oder? 😀

    Ich freue mich sehr auf die Reise dorthin!

    LG

    Sophia

  • Annika says:

    Hallo Steffi, ich bin auch durch die oben genannten Blog-Posts auf Fuerteventura als Reiseziel gestoßen und habe mich gefragt ob mit oder ohne Mietwagen. Aber es ist anscheinend wohl doch besser die Insel mit dem Mietwagen zu erkunden oder? Man ist flexibler, kommt zu Ecken wo keine Busse hinfahren und spart Zeit, weil man nicht an Busfahrpläne und die Wegstrecken angewiesen ist- oder was würdest du als Fazit empfehlen? Danke 🙂

    • Stefanie says:

      Hey Annika!
      Ja klar ist es mit Mietauto besser, aber ich bin ne total schlechte Autofahrerin und möchte mir den Stress bei nem eventuellen Unfall ersparen 😉 ausserdem war es alleine mit dem Bus auch günstiger. Wollte nur aufzeigen dass es auch ohne geht 🙂
      LG Steffi

  • Hi Steffanie, toller Artikel und wieder wunderschöne Fotos! Danke für die Erwähnung! 😉 Ich werde im Spätsommer noch mal nach Fuerteventura düsen, hab schließlich noch nicht alle Ecken gesehen. Ich find’s gut, dass dort die Strände noch nicht so überlaufen sind, das macht die Insel sehr sympathisch.

    • Stefanie says:

      Das stimmt allerdings, aber zu der Zeit wo ich dort war, konnte man es wegen dem Wind fast nicht am Strand aushalten. Viel Spaß beim Surfcamp 😉

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