Mal ehrlich! Diese 9 Dinge nerven in Kuba (und warum ich das Land trotzdem liebe)

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“Und, wie war’s auf Kuba?” Jedes mal, wenn mir diese Frage gestellt wird, gerate ich ins Stocken. Wie gern würde ich “Total super!” antworten, aber das wäre gelogen. Meine dreiwöchige Backpacking-Reise durch Kuba war sehr augenöffnend und spannend, aber gleichzeitig so anstrengend und frustrierend.

Und damit meine ich nicht die Unannehmlichkeiten, die natürlich in einem sozialistischem Staat zu Erwarten sind, wie die langen Schlangen, die schlechte Planbarkeit und den Mangel an Waren. Vielmehr störten mich die bizarren Auswüchse, die der Tourismus in Kuba angenommen hat.

Es fällt mir nicht leicht, mich negativ zu einem so beliebten und gehypten Land zu äußern, aber die Wahrheit ist: Viele Traveller, mit denen man sich auf der Reise unterhält, sind von Kuba enttäuscht. Meine Freundin ist vorzeitig abgereist, und ich selbst war kurz davor vor lauter Frust. Damit Du Deine Erwartungshaltung etwas korrigieren kannst, sind hier die 9 Dinge, die viele auf einer Kuba-Reise nerven:

1. Die Touristenmassen

Seitdem die USA wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba aufgenommen haben, ist eine regelrechte Panik ausgebrochen: alle wollen noch schnell das “alte Kuba” sehen, bevor die Amerikaner das Land “aufkaufen” und “überrennen”.

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Die Wahrheit ist jedoch: an Orten wie Havanna, Vinales und Trinidad ist Kuba schon längst überrannt! Die paar mehr Amis fallen bei den Massen an europäischen und kanadischen Rentnergruppen, die sowieso schon da sind, kaum auf.

2. Die Schlepper und Abzocker

Ich habe Lateinamerika immer dafür geliebt, dass man sich dort als Tourist nicht mit Schleppern und Abzockern rumschlagen muss und in der Regel ehrlich behandelt wird. Doch nicht so auf Kuba.

Die jineteros sind besonders in Havanna und Trinidad eine Plage. Sie verhökern gefälschte Zigarren, wollen Dir eine kleine Ananas für 3 CUC (das kubanische äquivalent zum US-Dollar) andrehen, schleppen Dich in überteuerte Bars und geben sich sogar als Besitzer Deines Gästehauses aus, nur um Dich zu einer Unterkunft zu locken, die ihnen eine Provision zahlen wird.

Diese Abzocken nerven tierisch, und was noch viel schlimmer ist: sie machen einen misstrauisch.

Jedes mal, wenn mich ein Kubaner in einer Touristenzone ansprach, fragte ich mich, ob er mir etwas andrehen möchte oder mich auf sonst irgendeine Weise ausnutzen will. Wenn man es sonst gewohnt ist, Aufmerksamkeit und Hilfe von Einheimischen ohne Hintergedanken zu bekommen, ist das extrem frustrierend.

In einem Land, in dem der durchschnittliche Monatslohn 20 CUC beträgt, kann ich diesen Leuten (und besonders den Rentnern) ihre Gaunereien nicht verübeln. Jeder muss zusehen, wie er über die Runden kommt, und anscheinend gibt es ja genug Touristen, die darauf reinfallen.

Aber ganz ehrlich? Diese Abzocker haben mein Geld nicht verdient. Lieber unterstütze ich die vielen, vielen ehrlichen Kubaner, die nicht mit Touristen arbeiten und auch von mir keinen Peso zuviel verlangen. Wenn ich diesen Menschen davon erzählte, wie die jineteros die Touristen ausnehmen, waren sie immer sehr bestürzt und haben sich aufrichtig für ihre schwindelnden Landsleute geschämt.

3. Die Männer… ugh!

Warum Kuba so oft als “Traumreiseziel” für alleinreisende Frauen bezeichnet wird, ist mir etwas schleierhaft. Ja, man fühlt sich in Kuba sehr sicher, auch nachts. Im Vergleich zu Mittel- oder Südamerika ist es geradezu paradiesisch: es gibt in Kuba keine nennenswerten Probleme mit Gewaltdelikten, Gangs, Drogenhandel oder sozialem Elend.

Aber besonders in Havanna wurde ich als Alleinreisende ständig angeflirtet, zum Teil wirklich derbe. Dazu kommen dann noch die oben erwähnten Schlepper, die einem dauernd irgendwas verkaufen wollen. An manchen Tagen war ich so genervt, dass ich kurz davor war, dem nächsten, der mich anspricht, eins mit der Handtasche überzubraten.

4. Das eintönige Essen

Mit Fleisch, Fisch, Reis, Bohnen, Maniok, Süßkartoffeln, Kochbananen, Salat und Obst als Grundnahrungsmittel ist die kubanische Küche zwar wenig abwechslungsreich, aber teilweise überraschend gut. Das Problem ist allerdings, dass lokale Restaurants mit guter und günstiger kubanischer Hausmannskost sehr schwer zu finden sind (meine persönlichen Restaurant-Tipps findest Du hier!)

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Natürlich kann man es sich einfach machen und jedes mal üppige 8-12 CUC für eine Mahlzeit im Gästehaus oder im Touristenrestaurant hinlegen. Budget-Reisenden bleiben als Alternative nur die cafeterías (Kioske). Die dort verkauften Sandwiches, Pizzas, Spaghetti und diverse Fleischgerichte mit Reis sind zwar günstig (maximal 1 CUC) und einigermaßen lecker, aber hängen einem dann doch irgendwann zum Hals raus.

5. Die hohen Kosten

Mit 40-50 CUC pro Tag liegen die Ausgaben in Kuba etwa doppelt so hoch als in den Nachbarländern Mexiko, Guatemala oder Nicaragua. Manche witzeln sogar, dass ein All-Inclusive-Urlaub in Varadero günstiger ist, als auf eigene Faust durch’s Land zu reisen.

Das Problem in Kuba ist, dass man sich als Tourist in einer teuren “Parallelwelt” aus Luxusbussen, Gästehäusern, und Restaurants bewegt, die ein Vielfaches über dem eigentlichen nationalen Preisniveau liegt und nur für die wenigsten Kubaner bezahlbar ist. Es ist zwar verständlich, dass die kubanische Regierung auf diese Weise sicherstellen will, dass die Touristen möglich viel Geld im Land lassen. Aber für Backpacker, die es sonst gewohnt sind, alles “the local way” zu machen, kann dieser Umstand frustrierend sein.

Die gute Nachricht: es geht auch anders! Das 5 CUC-Frühstück Deines Gästeshauses kannst Du Dir an der nächsten Strassen-Cafeteria für unter 1 CUC zusammenkaufen, und auch als Tourist darfst Du die kubanischen Transportmittel wie Lastwägen und Sammeltaxis benutzen. Mit diesen und vielen weiteren Kniffen, die ich im Artikel “Kuba Spartipps für Backacker” im Detail erkläre, konnte ich mein Tagesbudget auf 20 CUC pro Tag reduzieren.

6. Die überbewerteten Sehenswürdigkeiten

Ich bin eigentlich ein Mensch, der ziemlich leicht zu begeistern ist. Doch noch nirgends auf der Welt war ich von Sehenswürdigkeiten so enttäuscht wie auf Kuba. Vieles von dem, was im Reiseführer so toll angepriesen wird, war uninteressant und dann auch noch überteuert und von Tourigruppen überlaufen.

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Wegen der Landschaften oder zum „Sehenswürdigkeiten-Abhaken“ braucht man meiner Meinung nach nicht nach Kuba fahren. Die einzigen Sehenswürdigkeiten, die mich wirklich beeindruckt haben, waren:

  • Havanna: Sonnenuntergang am Malecón; Gebäude wie das Edifício Bacardi, Palacio de los Matrimonios und Palacio Cueto
  • Viñales: Aussichtspunkt beim Hotel Los Jazmines
  • Santa Clara: Che-Mausoleum, Tren Blindado, Teatro La Caridad
  • Cienfuegos: Teatro Tomás Terry
  • Trinidad: Ausblick vom Turm des Museo Histórico Municipal

Ziemliche Reinfälle waren für mich Remedios, Playa Ancón, Salto del Caburní und das Valle de los Ingenios (vor allem der dämliche Touri-Zug). Wenn Du diese ganzen Orte auf Tripadvisor nachschaust, wirst Du aber genügend überschwängliche Bewertungen finden (ich glaube, diese Leute waren alle noch nirgendwo sonst in Lateinamerika 😉 ).

Auch das, was sich in Alt-Havanna und rund um die Playa Mayor in Trinidad abspielt, ist irgendwie traurig. All die restaurierten Häuser, Paläste und Kirchen sind natürlich beeindruckend. Aber wenn dort kein echtes Lebens mehr stattfindet, weil die Einheimischen an den Stadtrand umgesiedelt wurden und man stattdessen nur noch Tourigruppen, Museen, teure Restaurants und Souvenirgeschäfte vorfindet, dann kann ich genausogut in einen Vergnügungspark im Kuba-Stil nach Florida fahren.

7. ¡No hablo inglés!

Wie in einem Entwicklungsland zu erwarten, wird in Kuba sehr wenig Englisch gesprochen. Da ich selbst fließend Spanisch spreche, betraf mich das zwar nicht, aber ich kann gut nachvollziehen, wie frustrierend das Herumreisen für Traveller ohne Spanisch-Kenntnisse sein muss. Denn gerade die netten Begegnungen und aufschlußreichen Gespräche mit den Einheimischen machen die Magie einer Kuba-Reise aus.

8. Das wechselhafte Wetter

Wer denkt, dass Kuba in der Hauptreisezeit ein heiß-tropisches karibisches Paradies ist, der irrt. Von Dezember bis März ist auch in Kuba Winter und die Einheimischen können gar nicht nachvollziehen, was die Ausländer um diese Zeit alle am Strand wollen. Besonders von Januar bis Mitte Februar gibt es im Norden manchmal unangenehme Kaltfronten.

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Die Saison 2015/16 war dazu noch ein El Niño-Jahr: die Nächte waren durchgehend kalt (manchmal unter 10 Grad!) und jeder zweite Tag bewölkt oder verregnet. Ein Regenschirm, eine winddichte Jacke und eine warme Decke (auch nützlich für überklimatisierte Viazul-Busse) sollten also in dieser Zeit in Deinem Gepäck nicht fehlen.

9. Die traurige Realität des Sozialismus

Ich verstehe nicht, wie man die Lebensrealität der Kubaner so romantisieren kann. Das Kuba der schönen bunten Fassaden und hochpolierten Oldtimer ist Touristenzirkus.

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Die Realität sind russische Schrottlauben, die die Städte mit ihren Abgasen verpesten; bröckelnde, völlig überbevölkerte und vernachlässigte Häuser in den vermüllten Gassen Havannas; Geschäfte mit leeren Regalen; Krankenhäuser, in denen Medikamente fehlen und Einweg-Spritzen wiederverwendet werden müssen; Menschen, die Vollzeit arbeiten und mit 10-20 Dollar im Monat auskommen müssen, aber für Dinge wie Milch und Kleidung mehr zahlen müssen als wir in Deutschland. Und je mehr man nachbohrt, desto mehr Abgründe tun sich auf.

Gerade der Tourismus sorgt für immer mehr soziales Ungleichgewicht. Warum sind die Geschäfte der Kubaner leer, aber die Kühlschränke in 5-Sterne-Hotels immer voll? Warum hat es das Regime geschafft, moderne Reisebusse für Touristen zu beschaffen, aber lässt die Kubaner auf der Ladefläche von Lastwägen reisen? Warum zahlt der Besitzer eines Ladens, der Touristen täglich hunderte CUCs für Zuckerrohrsaft abknöpft, seinen Angestellten trotzdem nur 1 CUC Lohn pro Tag? Wenn mir Kubaner Dinge sagen wie „Ich fühle mich diskriminiert in meinem eigenen Land“, fand ich das irgendwann nur noch schwer auszuhalten.

Und trotzdem: Ich liebe Kuba!

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Die Kuba-Magie entfaltete sich erst, nachdem ich meinen blöden Reiseplan in die Tonne geschmissen hatte und mich einfach nur treiben ließ. Als ich einen ganzen Nachmittag lang einem 71-jährigen Mann lauschte, der sich zu mir auf die Parkbank setzte und mir von seinem Leben und der Revolution erzählte. Als ich ziellos durch die Straßen von Havanna Centro lief und zum illegalen Lotto eingeladen wurde. Als ich den dämlichen Touri-Zug im Valle de los Ingenios ohne mich weiterfahren ließ und stattdessen der Einladung eines Zuckerrohrsaft-Verkäufers in sein Haus folgte (Bild oben). Durch die vielen Interessanten Gespräche mit Anhängern der afro-kubanischen Yoruba-Religion, mit Musikern in den Casas de la Cultura oder mit Restaurateuren in Havanna.

Die allermeisten Kubaner sind ungemein nett, hilfsbereit, herzlich und lebensfroh. Das Nachtleben, die Musik und die Tanzkultur in Kuba sind einmalig und der hohe Stellenwert von Bildung und Kultur ist bemerkenswert. All das macht Kuba so reizvoll und liebenswert.

Deswegen: Bitte, fahr nach Kuba und mach Dir Dein eigenes Bild! Ich will Dir mit diesem Beitrag auf keinen Fall Deine zukünftige Reise versauen, sondern Dir einfach nur einen realistischeren Blickwinkel abseits der üblichen Kuba-Romantik zeigen und Dir helfen, nicht mit falschen Erwartungen an das Land heranzugehen.

Mein Rat für Deinen Kuba-Urlaub:

✅ Vergiss jedes Bild, das Du jemals von Kuba gesehen hast und reise völlig ohne Erwartungen hin.
✅ Versuche, in den weniger touristischen Süden zu fahren.
✅ Nimm Dir genügend Zeit.
✅ Konzentrier Dich nicht zu sehr auf die Sehenswürdigkeiten, sondern lass das Land einfach auf Dich wirken.
✅ Besorg Dir Pesos Cubanos (mehr dazu hier) und nutze damit die Restaurants, Cafeterias und Transportmittel der Kubaner.
✅ Reise zur Nebensaison (Mai bis Oktober).
✅ Lern Spanisch und rede mit den Leuten.
✅ Gib Dich als Austauschstudent in Havanna aus (wenn Du entsprechend gutes Spanisch sprichst). Du wirst sofort anders behandelt werden!

Zum Weiterlesen:

Reiseroute Kuba: Sehenswürdigkeiten & Tipps für Deine erste Reise

Kuba auf eigene Faust: Die neusten Infos für Backpacker und Individualreisende

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Kuba Spartipps für Backpacker: So erlebst Du Kuba authentisch!

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30 Comments

  • Remo says:

    Hallo Steffi

    Ich werde ende Oktober für 2 Wochen nach Kuba gehen. Es ist wirklich ein toller Bericht den du geschrieben hast. Danke! Du hasst aber in deinem Bericht nie das Tanzen erwähnt.
    Wir ghen hauptsächlich wegen des Salsa nach Kuba. Natürlich auch wegen Kultur und Natur. Aber es würde mich interessieren ob dort wirklich so viel getanzt wird. Gibt es Clubs oder wird eher auf der Strasse getanzt?
    Ich bin selbst ein weltgereister Budget traveler und möchte dir noch gerne die Philippinen empfehlen! Super schönes, günstiges, spannendes Land 😉

  • Wiwi says:

    Hallo Steffi
    Erstens sorry für evtl.Schreibfehlern. bin noch am lernen.
    Wirklich tolle Blog!
    Meine Frage ist vielleicht komisch oder sogar blöd 😊 aber:
    Ich gehe erste mal in eine Reise außer Europa.in eine andere Welt und erste mal treffe ich überall diese infos über “Geschenke für Kubaner”. Und ich möchte natürlich machen wenn das so tradition ist oder so, aber wie sieht das aus? Wem gibt man diese Geschenke? Und wann? Beim welche gelegenheit?
    Würde ich dir sehr dankbar sein für eine kurze Erklärung.LG

  • Sabrina Gruneisen says:

    Hi Steffi,

    war gerade 3 Wochen auf Kuba unterwegs. Dein Artikel spricht mir so aus der Seele.

    Ich bin ohne Erwartungen und voller Vorfreude in den Urlaub geflogen und am Ende war ich froh, dass er vorbei war. Ich war genervt und sehr frustriert.

    Selbstverständlich möchte jeder nur sein täglich Brot verdienen, aber es war irgendwann einfach nur noch Abzocke.

    Danke, dass du mir den Frust von der Seele schreibst.

    Beste Grüße

    Sabrina

  • Bastl says:

    Kuba muss man einfach lieben. Es gibt in jedem Land Unannehmlichkeiten. Danke für den tollen Bericht.

  • La rubia says:

    Hallo Steffi,
    wir kennen uns ja schon aus FB… suche gerade Ecuador und das gratis e-book zu Quito von dir empfohlen, aber von anderen Bloggern, weil es aufs Tablet nicht korrekt runtergeladen wurde.

    Cuba, mi Cuba – habe das beste Jahr meines Lebens dort verbracht!

    Ist allerdings 10 Jahre her, geb ich zu. Die Jineteros gab es in kleinem Umfang auch damals schon, ich weiß nun wie man Siegel auf Rumflaschen wieder klebt, wie mit Zigarren gemogelt wird – pero que?
    Man muss überleben. Die “Anmache” war wohl damals noch weniger – ich bin auch blond und alleinreisend (1. Aufenthalt 1 Monat backpacken in Casas, danach 3/4 Jahr arbeiten, danach 3 Monate in Habana Vieja bei (m)einer Familie), allerdings wie du spanischsprachig und da lässt sich vieles regeln.

    Einiges kann ich nicht nachvollziehen, anderes jedoch natürlich privat mit Kubanern lebend aus deren Blickwinkel erlebt.

    La Habana VIeja, (bei den Armen):
    Wenn man desolat wohnt und friert (Februar, nachts 10 Grad, keine Fenster, Plasiik sammeln geht um es vor die Fenster zu kleben), wenn nicht mal einige centavos für den Spirituskocher da sind! Wenn man sich weil es mal Kartoffeln statt ewigem Reis gibt 2 Stunden um selbige anstellt, wenn es in der Wohnung kein Fliesswasser gibt, keinen Kühlschrank (aber wozu auch, ausser Reis und Bohnen gab es in diesem Haushalt nichts, mit viel Glück mal ein Ei dazu, wenn die Hausfrau um 4h morgens aufsteht um Zuckerwasser! als Frühstück zu trinken und dann 2 Std. mit dem Bus zur Arbeit zu fahren, wenn sie kein Bett hat und auf einer desolaten, schiefen Couch schläft, wenn ihr Bruder sitzend! im Sessel schläft, wenn das Regenwasser, über das eingebrochene Dach das mitten ins WZ ragt, reinrinnt.

    Wenn die Frau des Hauses nur geflickte Kleidung hat, dürftig mit der Hand zusammengenäht, wenn der sozialistische Staat die Menschen im Stich lässt bei solchen Behausungen, wenn es in den Kliniken keine Medikamente gibt oder Zahnbehandlungen und Mann (ein junger Mann) sich mit Tier”!anästhetikum wegen horrender Schmerzen betäubt. Wir sind zu illegalen Schlachtungen (verboten) um Bauchfleisch mit 10cm hoch Speck drauf zu bekommen (bei uns höchsten 1-2 cm Fett dank Züchtung) fuhren.

    Wasser wurde kübelweise für das WC hochgeschleppt, um sich im Winter zu waschen bei Kälte musste man Geld für den Kocher auftreiben um Wasser zu erhitzen. 1 Zimmer war total unbewohnbar weil Dach total eingebrochen.
    Der geschiedene Mann hatte es etwas besser. Er war Santero, Priester (oder eher Fake) der Yoruba-Religion, er konnte manchen Menschen zumindest etwas Geld abknöpfen bei Sitzungen wo mit Konochen geworfen wurde oder schon mal auch ein Huhn den Kopf lassen musste (das hat ihn und neue Familie dann wieder ernährt).
    Ich war bei vielen Freunden in möbelleeren Wohnungen, in VIerteln die kein Tourist je zu sehen bekommt – habe natürlich!! auch unterstützt, zumindest bei Nahrung, wo ich konnte, auch Kleidung u.a. – habe aber dadurch sooooooviel! wahres Kuba erlebt und mitbekommen wie verwöhnt und konsumorientiert wir sind, wie selbstverständlich vieles für uns ist um nur einige Punkte unserer Wegwerfkultur anzusprechen. Beschwert hat sich ehrlicherweise tatächlich niemand, obwohl sie natürlich gerne auch besser leben würden. Kritik wird aber auch nicht laut ausgesprochen aus Angst vor Spitzeln bei Nachbarn oder im Quadro.

    In der Altstadt von Havanna konnte ich stundenlang in einem Hauseingang sitzen, mal mit einem Bier, dann wieder mit einem Eis und zusehen wie sich das Leben in dieser fast museumsartigen, maroden, aber faszinierenden Hauptstadt abspielt. Wie alles an mir vorüberzieht, wie man es aufsaugen kann um sich später an die Bilder zu erinnern.

    Ich kenne Reggaepartys auf maroden fast einstürzenden, unbewohnten Hochhäusern auf Dachterrassen, aber auch Technopartys im Viertel der Reicheren Bevölkerung, vermietet auch die Dachterrasse der Wohnung. Die lokale Disco neben der Christusstatue, Sunset von den Mauern der Festung el Morro über der Hafeneinfahrt. Fahrten mit den collectivo Taxis (für Kubaner) auf festen Routen, aber auch mit dem camello, den Lastwagenbussen auf Sattelschlepperzugfahzeugen, auf Lastwagen in Vinales und Schlaglöchern die mein Arbeitsauto verschluckt haben. Ich wurde in Santiago von den bad boys aufgenommen, nur weil ich solche auch in Havanna kannte, habe tolle Stunden auf Samstagnacht Streetpartys in Santiago verlebt, in Casas de la Trova und die Touristen nicht bekannten Höhlen bei Matanzas mit Unterwassersee zum Baden erlebt, aber natürlich auch gesehen wie Angestellte in den Hotelrestaurants Verpflegung für ihre bedürftigen Familien mitgehen liessen.

    VIeles ist auf den ersten Blick nicht so wie es scheint, andererseits ändert sich natürlich heutzutage alles rasend schnell – obwohl bei allen meinen Freunden und Bekannten der westliche Wohlstand noch lange nicht ankommen wird.

    Es wird Zeit, daß ich dem Land wieder mal einen längeren Besuch abstatte, jetzt wo mit den Viazulbussen für Touristen und den vielen offiziellen Casas Particulares das Reisen bereits viel einfacher sein muss, als es 2001 als Backpackerin am Strassenrand noch war.

    Venceremos!

  • Mirko says:

    Hi Stefanie,

    sehr interessant verfasst und zeigt einem auch, dass man eben nicht komplett blauäugig in die Welt hinaus gehen sollte 🙂 Uns wird es Ende August das erste mal nach Kuba verschlagen und wir sind wirklich gespannt wie wir das Land und vor allem die Leute erleben werden.

    Grundsätzlich kann man aber dem Kubaner, der nur 20 – 30 EUR im Monat verdient, keinen Strick daraus drehen, dass er von uns im Verhältnis “stinkreichen” Europäern den ein oder anderen “Dollares” abzwacken will. Und mal ehrlich, machen uns die 2 EUR arm, wenn uns Kubaner X zu Sehenswürdigkeit Y schleppt? Nicht wirklich, oder?

    Und nur wegen der Tatsache, dass das Einkommen so verdammt gering ist, kann man nicht erwarten, dass auch wir dort für praktisch “kein Geld” Alles bekommen. Ich sag mir immer, was ist es mir Wert, z. B. ein kaltes Bier am Strand zu bekommen oder durch eine Höhle geführt zu werden… 1, 2, 3 EUR? Und nicht nach dem Motto, “he, der Kubaner zahlt aber nur 20 Cent für sein Bier!!!” -> der verdient wenn überhaupt 1% von dem was wir verdienen 😉

    Wie heißt es so schön, leben und leben lassen, und vor allem wegen so etwas nicht stressen lassen und einfach mal das ganze “Erfahren” 🙂

    Dennoch bin ich dankbar für die Dinge die du hier geschildert hast, mit solchen Infos ist es auch leichter, dass ganze “System” zu verstehen und zu akzeptieren. Und kostet der Mojito halt mal 5 oder 6 CUC – immer daran denken, was wir für vermutlich schlechterer Ware bei uns zuhause bezahlen würden ;D

    Gerne melde ich mich nach meinem Trip zurück und reflektiere meine Reise 🙂

    Bis dahin, beste Grüße vom Bodensee

    Mirko

    • Stefanie says:

      Hi Mirko,
      kann man so sehen – ich habe ja geschrieben, dass ich es niemandem verüble, aber ich finde es trotzdem keine schöne Erfahrung als Touristin, wenn ich mich immer Fragen muss, ob die Person gerade einfach nur nett ist oder mich wieder mal nur als wandernden Geldbeutel sieht.
      Ein weiteres Problem ist leider auch, dass die Kohle nur in den Taschen der Betreiber der Bar/Restaurant/Essensstand landet, die ihren Angestellten trotzdem nur 1 CUC am Tag bezahlen…
      Wünsche dir nen schönen Urlaub!
      Steffi

    • Mirko says:

      Hi Stefanie,

      wir lassen uns einfach überraschen, positiv und auch negativ 🙂
      Wenn man im Voraus schon wüsste wie es ablaufen wird, wäre es ja kein Abenteuer mehr ;D

    • Mirko says:

      Hi Steffi,

      nun sind wir wieder zurück aus Kuba und ich frage mich im ersten Moment, gibt es evtl. zwei Länder auf dieser Erde die „Kuba“ heißen o_O

      Denn wir empfanden die zwei Wochen auf der Insel als zwei der besten Urlaubswochen die wir hatten. Und wir sind viel rum gekommen. Von Havanna mit dem Flieger nach Santiago de Cuba und dann weiter mit dem Bus nach Baracoa, Camagüey, Trinidad, Santa Clara, Havanna…

      Die Menschen die wir getroffen haben waren alle immer sehr herzlich und sehr sehr nett – das findet man in DE z. B. nicht. Natürlich wurden wir des öfteren darauf angesprochen, ob wir nicht ein T-Shirt, ein Handtuch oder nur einen Stift hätten (Teils im Tausch für 60 kleine Mangos), aber wenn man sich dann mit den Leuten beschäftigt und die nicht mit der ersten Geste „davon scheucht“ zeigen selbst die Ärmsten der Armen (Baracoa) Verständnis und verteufeln einen auch nicht, wenn man ihnen nichts da lassen kann. Teils glänzen deren Augen, wenn sie eine kleine Seife (aus dem Hotel) überreicht bekommen ?

      Ich denke, es ist immer wichtig, dass man den Leuten offen begegnet und nicht von Vorhinein denkt, „die wollen nur mein Geld“. Denn das stimmt so einfach nicht, bzw. haben wir das nicht so kennengelernt. Wir hatten mehr Spaß mit den einheimischen in den „Casas della musica“ als mit Teilen unsere Gruppe, die von vornherein schon vermittelt haben, „mit den Einheimischen wollen wir keinen Kontakt haben“. Die blieben Abends auch in den Casas hocken, langweilten sich vermutlich und zogen morgens immer eine „Fresse zum reinschlagen“ (sorry für den Ausdruck)!!! Die waren dann aber auch von der Art, „den Guide versteht man aber sehr schlecht, der spricht wirklich mies Englisch…“. Aber sich nicht mal die Mühe machen unserem Busfahren einen Guten Morgen aus Spanisch zu wünschen – die waren das erbärmlichste auf der ganzen Reise…

      Das Thema Geld ist natürlich ein sehr großes, aber wer verübelt es den Kubanern? Mir wurde einmal zu wenig Rückgeld gegeben, auf der Toilette. Und zwar ein ganzer Peso (CUP), also ca. 4 Euro-Cent, dass konnten wir grad so „verschmerzen“. Und viele die eben „betteln“ wollen nicht mal Geld, lieber ist denen etwas zum anziehen oder einfach ein Joghurt (die gibts auch zu finden ;D). Oder wollen tauschen, Kakaobutter, Nüsse, Ketten gegen T-Shirts, Handtücher, Stifte, „Zeitschriften“, etc…

      Selbst in Havanna, das wirklich im Vergleich zum restlichen Kuba am wenigsten begeistern konnte (ist ebene eine Millionenstadt wie jede andere), wurden wir nach ein paar netten „No molesta, por favor“ in Ruhe gelassen. Hier wird am meisten auf den Geldbeutel „geschielt“, denn hier ist das Leben auch teurer als irgendwo auf Kuba. Da kostet der Mojito (der übrigens hervorragend schmeckt und Limette gibt es in Hülle und Fülle ;D) schnell mal 5/6 CUC, in Santiago bekommt man den auch mal für 2/3 CUC.

      Was immer wichtig ist, ist der Respekt den Kubanern gegenüber. Augenhöhe, Blickkontakt und freundlich bleiben, dann bleiben auch die freundlich und verabschieden sich mit einem lächeln ? Wer keinen Respekt zeigt und nur von oben auf die herunter blickt, wird auch keinen Respekt erhalten.

      Kuba ist ein 3. Weltland und sehr viel funktioniert da eben nicht wir bei uns. Wobei wir immer bewundert haben, welche Lebensfreude die Kubaner ausstrahlen. Auf Kuba sieht man, dass Besitz nicht glücklich macht, sondern der Umgang mit anderen Menschen und der Musik, etc.

      Wir können Kuba nur empfehlen, wobei man auf Havanna wirklich verzichten kann ?
      Wichtig ist eben nur:
      – Sucht den Kontakt mit den Einheimischen
      – Trinkt mit den Einheimischen ein Glas Rum
      – Tanzt mit den Kubanern
      – Respektiert die Kubaner
      – Lauft nicht blind umher und wundert euch, dass man vermutlich „beschissen“ wird
      – Genießt die Lebensfreude

    • Stefanie says:

      Hallo Mirko!
      Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Ich denke du schätzt mich etwas falsch ein, ich habe am Ende des Artikels ja durchaus geschrieben warum ich das Land und seine Leute liebe! Ich denke dass meine Erfahrung als blonde Alleinreisende ist einfach automatisch noch mal “krasser” als für jemanden auf einer geführten Bustour 🙂
      Lg Steffi

  • Chris says:

    Hallo Steffi,
    du hast ja sehr ähnliche Erfahrungen wie wir in Kuba gemacht. Derzeit sind wir in Mexiko und so ziemlich alle anderen Reisenden, die wir treffen, haben Kuba ähnlich negativ erlebt. Wir sind wirklich gespannt, wie sich das alles in Kuba weiterentwickeln wird und hoffen das beste. Vielleicht sehen wir uns das dann auch noch ein zweites Mal an 😉
    Unsere Eindrücke kannst du hier nachlesen: http://www.worldonabudget.de/mein-eindruck-von-kuba/

    Liebe Grüße
    Chris

  • Julia says:

    Hallo Steffi,
    über den Blog adailytravelmate bin ich bei dir gelandet. Dein Beitrag ist super und sehr wahr. Mein Freund und ich waren im Februar diesen Jahres für knapp drei Wochen in Kuba mit dem Mietauto unterwegs. Den Beitrag vor unserer Reise zu lesen wäre sicher hilfreich gewesen und hätte vielleicht die eine oder andere Enttäuschung vor Ort gemildert. Mit unserem Mietwagen hat alles sehr gut geklappt und auch die Fortbewegung damit war (den Umständen entsprechend) gut. Leider hatten wir zwischendurch kein Glück mit dem Wetter und haben in Vinales und Trinidad bei starkem Wind und nächtlichen Temparaturen von 10 Grad gefroren. Das Gefühl bzw. Misstrauen “abgezockt” zu werden hatten wir oft und ein paar Mal war es auch tatsächlich so.
    Es war ein wirklich aufregender Urlaub, komplett anders als alles, was wir bisher im Urlaub erlebt haben.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Stefanie says:

      Dann waren wir in etwa zur gleichen Zeit auf Kuba unterwegs…. ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen! LG Steffi

    • Julia says:

      Stimmt, listig! Die schönen Erinnerungen an Kuba überwiegen, aber vor Ort konnte ich es nich immer genießen muss ich ehrlich sagen. Deinen Beitrag kann ich jedem Kuba Reisenden empfehlen als perfekte Vorbereitung auf den Urlaub, um nicht mit “falschen” Erwartungen anzureisen 🙂
      LG Julia

  • Steffi says:

    Hallo Steffi,

    danke für deinen interessanten Artikel und die Kommentare der anderen Leser. Diese Entwicklung befürchte ich schon länger.
    Wir sind mit dem Segelschiff auf dem Weg nach Kuba, es wird noch eine Weile dauern bis wir dort sind – mindestesn ein Jahr. Aber schon länger frage ich mich, ob der Hype wirklich gerechtfertigt ist. Hinreißende Menschen ohne Abzocke, heiße Rhythmen, Oldtimer und koloniale Häuser sind hier in Brasilien genug. Und kaum Touristen, außer vielleicht in Iguacu und beim Karneval. Aber das weißt du ja sicher selbst!

    Also mal sehen wohin der Wind uns weht.
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Stefanie says:

      Hallo Steffi,
      es lohnt sich auf jedem Fall trotzdem und lässt sich nicht wirklich mit Brasilien vergleichen…. Kuba ist viel viel spezieller und einzigartiger 🙂
      Wer sich Zeit für das Land nimmt und nicht nur schnell Sehenswürdigkeiten abhakt, bei dem wird eine Reise nach Kuba noch lange nachwirken 😉
      Viel Spaß!
      Steffi

  • Interessanter Artikel – und erstaunlich, wie viel sich in 12 Jahren getan hat. Ich war 2004 sechs Wochen in Kuba. Von Touristenmassen und Abzockern keine Spur. Dafür hatte ich Schwierigkeiten, zwischendurch was zu Essen zu bekommen (außer schlechter Pizza gab es nichts). Manche Strände waren für die Einheimischen gesperrt. Sie wurden von ihren Nachbarn bespitzelt. Nur wer Dollar hatte (durch Kontakt mit Touristen) konnte sich ein wenig mehr leisten als alle anderen. Ich bin auch mit sehr gemischten Gefühlen aus Kuba zurückgekommen.

  • Julian Ruoff says:

    Liebe Steffi,

    also jetzt muss ich doch mal ein Dankeschön dalassen! Dieser Blog ist der absolute WAHNSINN! Er liefert genau diese Informationen, die ich gesucht habe! Besonders, wie man es schafft, den Touristenwahnsinn zu umgehen, finde ich besonders wertvoll! Ich bin nämlich ,,Peru-Experte” (hab dort ein Jahr gelebt) und wir haben auch immer die Touristenmassen versucht zu umgehen. Hat es mal nicht geklappt, war es schnell sehr nervig. Und dies versuch ich auch in Kuba (ich werde Mitte August fliegen :)). Jedenfalls sind das super Infos, die mir seeehr weiterhelfen werden 🙂 Ich wünsche Dir alles Gute und solltest Du mal nach Peru reisen und dazu Fragen haben, dann melde dich bei mir 🙂

    Viele liebe Grüße

    Julian Ruoff 🙂

    • Stefanie says:

      Hey Julian!
      Das ist total nett von Dir 🙂
      In Peru war ich schon mal, aber falls es mich nochmal dorthin verschlägt meld ich mich 😉
      Viiiiel Spass in Kuba!
      LG Steffi

  • Hi Stefanie, du bringst es auf den Punkt! Ich werde deinen Artikel jedem empfehlen, der abseits der üblichen Gruppenreisen einen Kuba Urlaub plant (und da kenne ich schon ein paar). Man muss ja nicht gleich in jede Touristenfalle tappen.

    • Doro says:

      Das meiste kann ich nur bestätigen, außer dass mir Remedios und die Playa Ancon gefallen. Und die Küche der Kubaner…. Na ja, meistens lecker und die kubanischen Hausfrauen kochen super, aber es ist eben immer das gleiche Essen. Nach zwei Wochen kennt man alles. Die Mangelwirtschaft im Sozialismus lässt grüßen. Gut geschrieben. Saludos cordiales, Doro von Kubahostal.de

  • Hallo Steffi,

    ein schöner Bericht und für mich etwas erschrenkend, da ich 1998 auf Kuba war. Ich hatte zwar die erste Woche faul Strandurlaub gemacht und ein paar typische Touriausflüge, aber in der zweiten Woche habe ich mir ein Auto genommen und bin Richtung Trinidad gefahren. Da mir viele Anhalter unterwegs aufgefallen sind, habe ich einfach mal einen mitgenommen.

    Ich “musste” zwar auch bei seinen Eltern übernachten und zu Abend essen, auch sind wir abends in eine Kneipe mit Livemusik gegangen, wo ich allerdings der einzige Tourist war, aber ich hatte damals nie den Eindruck von Abzocke und auch eher, dass ich recht günstig übernachtet habe. Natürlich bot mir seine Mutter auch ein paar Zigarren an, war aber nicht beleidigt, als ich dankend ablehnte.

    Insgesamt war es ein sehr angenehmer Urlaub

    Liebe Grüße Mark

  • Anna-Sophie says:

    Liebe Steffi,

    vielen Dank für diesen persönlichen Bericht!
    Für mich geht es bald das erste Mal nach Kuba und ich bin sehr gespannt auf die Erfahrungen, die ich dort machen werde. Die Schattenseiten des Massentourismus finde ich auch sehr schade und ich stimme dir zu, dass die Top-Sehenswürdigkeiten oft überbewertet werden.

    Ich bin gespannt auf den Text über das “Sparen in Kuba.” Weißt du schon in etwa, wann er raus kommt?

    Liebe Grüße

    Anna

  • Myriam says:

    Hi,
    da du keinen Mietwagen auf Kuba hattest, würde ich deine Liste gerne um diesen 10. Punkt ergänzen. 😉 Wir waren letztes Jahr im Mai 2 Wochen auf Kuba und sind mit dem Mietwagen umher gereist. Und es war nervig! Mein Freund wollte auf einmal nicht mehr und ich hatte meine Mühe ihn zu überreden.
    1. Wenn du einen Mietwagen in Deutschland reserviert hast, heißt das noch lange nicht, dass du auch einen vor Ort bekommst. 😉 Die Ausreden sind vielfältig und die Wartezeiten betragen zw. 4 Stunden bis 3 Tage.
    2. Es kann sein, dass du dann ein Auto bekommst, dass nicht so wirklich verkehrssicher ist.
    3. Vergiss die Zeitangaben in deinem Navi. Aufgrund der schlechten Straßen brauchst du 3-4 Mal so lang.
    4. Es gibt auch für Mietwagen-Fahrer einige Maschen, die sich die Kubaner überlegt haben, um ihnen den ein oder anderen CUC abzugaunern. Ich habe darüber auch auf meinem Blog geschrieben.

    Aber ansonsten war es top. Letztes Jahr waren auch noch nicht so viele Touris da. Wir waren in kleinen Dörfern in Casa Particulares und haben dort auch Frühstück und Abendessen gegessen. Das Essen war mega lecker. Aber uns reicht auch Obst und Gemüse. 😉

    Grüße Myri

  • Eckart Schultz via Facebook says:

    Im Oriente warste nicht? Sehenswerte Sehenswürdigkeiten rund um Santiago: Castillo “El Morro” und Valle de la Prehistoria, nicht spektakulär, aber sehenswert. Der Osten hat auch landschaftlich mehr zu bieten als der Westen: Sierra Meastra, Sierra Cristal, Nationalpark “Alexander von Humbold”. Wenn man sucht, findet man in Kuba auch interessante Ecken, die auch touristisch noch nicht überlaufen sind.

    Ansonsten finde ich deinen Résumé schön geschrieben und lesenswert.

    • Stefanie says:

      Da wollte ich hin, aber das war mir dann zu viel gehetze …. hab’s mir für’s nächste mal aufgehoben! 🙂 danke für das Lob!

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