Backpacking Mallorca: Ein perfekter Kurzurlaub in Europa

Fast zu schön um wahr zu sein: Cala Comtessa

Kaum ein Urlaubsziel in Europa leidet unter so einem schlechten Ruf wie Mallorca. Seit den Neunzigern wird die spanische Insel vor allem mit dem Ballermann assoziiert, obwohl es sich dabei nur um einen winzig kleinen Strandabschnitt in der Nähe der Hauptstadt handelt.

Langsam spricht sich jedoch herum, dass die Baleareninsel sehr viel mehr zu bieten hat und besonders für Wanderer ein absolutes Traumziel ist.

Ausblick auf der Wanderung von Esporles nach Banyalbufar

2013 verbrachte ich einen viertägigen Backpacking-Kurzurlaub auf Mallorca und war extrem überrascht vom kulturellen Angebot und der landschaftlichen Vielfalt.

In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du Mallorca ohne Auto bereisen kannst, und welche Orte ich auf der Insel besucht habe – garantiert ohne Eimersaufen und Mickie Krause Hits! 😉

Letztes Update des Artikels: 15. Februar 2018

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Backpacking Mallorca:
So planst Du den Urlaub

Wie komme ich ohne Auto von A nach B?

Mallorca ist nicht einmal halb so groß wie Schleswig-Holstein und verfügt über ein relative gute ausgebautes Bus- und Zugnetz.

Sämtliche Fahrplanauskünfte und Netzpläne findest Du auf der Webseite von TIB – Transportes Illes Balears.

Die allermeisten Linien verlaufen sternförmig vom kombinierten Bus-/Zugbahnhof “Estaciò Intermodal“ in Palma. Von dort kannst Du quasi jede Ecke Mallorcas innerhalb von 2 Stunden erreichen.

Wo kann ich übernachten?

Wenn Du also Mallorca ohne Mietwagen bereisen möchtest, ist es deswegen am einfachsten, wenn Du eine Unterkunft in Palma suchst und von dort aus verschiedenste Tagestrips auf die Insel unternimmst. Du kannst Dich dabei in die nicht ganz so charmante, aber günstige Neustadt einquartieren, oder in die nette Altstadt südlich der Estaciò Intermodal.

Falls Du kleinere Orte bevorzugst und vor allem an der Natur interessiert bist, kannst Du auch Orte wie Valdemossa, Deià, Soller oder Pollença als Basis nutzen, musst aber dort ohne Mietwagen große Abstriche in puncto Mobilität machen.

Auch für Individualreisende lohnt es sich übrigens, einen Blick auf Pauschal-Angebote für Mallorca zu werfen. Oft findest Du dort fantastische Pakete, die günstiger sind, als Flug und Unterkunft getrennt zu buchen. Außerdem kannst Du so von Annehmlichkeiten wie Privatzimmer, Pool, Flughafentransfer und Frühstücksbüffet profitieren – und die Insel kann man ja trotzdem unabhängig bereisen.

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Backpacking Mallorca:
Meine Route & Highlights

#1: Palma de Mallorca

Für meinen ersten Mallorca-Urlaub die Hauptstadt Palma als Basis und nächtigte in einem AirBNB in der Neustadt für gerade einmal 15 Euro pro Nacht. Die Altstadt ist typisch spanisch: es gibt verwinkelte Gassen, Cafés an jeder Ecke, gesellige Tapas-Bars und Märkte mit frischem Obst, Gemüse, Fisch und anderer Feinkost. Hier kann man auf jeden Fall einen Tag für Sightseeing einplanen.

Hauptsehenswürdigkeit ist die wunderschöne Kathedrale La Seu, die 1601 fertiggestellt wurde.

Die palmengesäumte Kathedrale “La Seu” in Palma

Details an der Kathedrale

Sehr gut gefallen hat mir in Palma auch das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst Es Baluard, das in einer Eckbastion der Renaissance-Stadtmauer liegt und einen fantastischen Blick auf den Hafen bietet.

Ausblick vom Museum “Es Baluard”

#2: Cala Comtesa

Am zweiten Tag lieh ich mir an der Estaciò Intermodal in Palma für gerade mal 6 Euro ein Fahrrad und fuhr die westliche Küste entlang der “Avinguda de Gabriel Roca” hinunter. Mein Ziel war die Bucht Cala Comtesa, die etwa 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt.

Bucht auf dem Weg nach Cala Comtesa, deren Namen ich leider nicht mehr weiss

Nach schweißtreibenden 45 Minuten – ein paar Hügel sind auf dem Weg zu überwinden – erreichte ich die traumhafte Cala Comtesa. Als ich das strahlend türkisblaue Wasser vom Felsstrand erblickte, war ich endgültig überzeugt: diese Insel hat so unglaublich viel mehr zu bieten, als ich mir je erhofft hatte.

Fast zu schön, um wahr zu sein: Cala Comtesa

Zurückradeln nach Palma zum Sonnenuntergang

#3: Wanderung nach Bunyalbafar

Für den nächsten Tag hatte ich mich mit zwei Couchsurfern zu einer kleiner Wanderung verabredet. Mit der Linie 200 fuhr ich dazu nach Esporles (40 Minuten), wo der Ausgangspunkt für den alten Postweg nach Banyalbufar liegt (detaillierte Beschreibung der Wanderung). Etwa zwei Stunden benötigten wir für die Strecke, die durch Steineichenwälder vorbei an malerischen Aussichtspunkten auf die Küste und die Serra de Tramuntana führt.

Auf dem Wanderweg Esporles – Banyalbufar

Angekommen in Banyalbufar erkundeten wir zunächst das verschlafene Küstenstädtchen, liefen hinunter bis zur Bucht von Banyalbufar und gönnten uns einen Kaffee im “Café Bellavista”, das seinem Namen alle Ehre macht.

Im Zentrum von Banyalbufar

Abstecher zur Bucht von Banyalbufar

Das “Café Bellavista” in Banyalbufar macht seinem Namen alle Ehre

#4: Port de Pollença

Für meinen letzten Tag in Mallorca unternahm ich einen Ausflug an die Nordküste. Dafür fuhr ich zunächst mit Linie 340 nach Port de Pollença (75 Minuten). Der Bus spuckte mich quasi direkt an Promenade des Städtchens aus und ich war regelrecht geschockt, wie menschenleer die Stadt und dieser zauberhafte Strand an einem Novembermorgen war, denn Baden wäre hier von den Temperaturen her noch durchaus möglich gewesen.

Strand von Pollença an einem Novembermorgen

#5: Cala Bóquer

Nach einem kurzen Frühstück am Strand von Port de Pollença machte ich mich auf zum eigentlichen Ziel des Tages: die Bucht Cala Bóquer, die nur zu Fuß zu erreichen ist. Der gut ausgeschriebene Weg führte zunächst vom Stadtrand von Port de Pollença über ein Privatgrundstück, und dann zu immer schroffeneren Landschaften, bis man die Bucht nach etwa 90 Minuten erreicht.

Wanderweg nach Cala Bóquer

Berge kurz vor der Bucht

An der Bucht selbst machte sich leider etwas Ernüchterung breit, denn der kleine Steinstrand war ziemlich vermüllt. Selbst bei wärmerem Wetter hätte ich dort das Wasser nicht bestiegen – ich hoffe jedoch, dass sich die Lage mittlerweile gebessert hat. Diese leichte Wanderung hat sich aber dennoch alleine für die Aussichten auf jeden Fall gelohnt.

Die Bucht Cala Bóquer

#6: Pollença

Den Rest des Tages verbrachte ich in der Altstadt von Pollença, einem wunderschönen alten Städtchen etwa 5 Kilometer im Landesinneren. Zunächst bestieg ich fix den Kalvarienberg mit seinen 365 Stufen, bummelte durch die engen Gassen und aß zum Abschluss im urigen Lokal “Ca’n Moixet” zu Abend.

Aufstieg auf den Kalvarienberg in Pollença

Die hübsche Altstadt von Pollença

Warst Du schon mal individuell auf Mallorca? Welche Orte haben Dir beim Mallorca Backpacking am besten gefallen?

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