Allein Reisen als Frau im Balkan (+Tipps zum Couchsurfing und Trampen)

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So nah und doch so unbekannt: Der Balkan kommt vielen als Urlaubsziel nicht gerade als Erstes in den Sinn. Dass ich letztes Jahr durch Südosteuropa gereist bin, hat sich ebenfalls eher durch Zufall ergeben. Vor dem Trip konnte ich mir auch nicht viel unter der Region vorstellen – schon gar nicht wie es sein würde, alleine als Frau im Balkan herumzureisen.

Als Teil meines großen “Von München bis Iran”-Projekts bin ich also im August 2014 fünf Wochen lang alleine quer durch den Balkan getingelt – teilweise als Tramperin, aber überwiegend per Bus. Auf dem Abschnitt von München bis Istanbul habe ich diese Balkan-Länder durchreist:
Slowenien -> Kroatien -> Bosnien und Herzegowina -> Montenegro -> Albanien -> Mazedonien -> Bulgarien.

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Und was soll ich sagen: ich kann nicht fassen, dass ich mein ganzen Leben lang keine Ahnung hatte, was für eine un-fass-bar schöne Gegend nur ein paar Autostunden von Deutschland entfernt liegt. Dazu ist sie auch noch so reich an Kultur und Geschichte.

Alleine Reisen als Frau im Balkan – Wie war es?

Die Menschen empfand ich als sehr herzlich, gastfreundlich und hilfsbereit. Zumindest in den wichtigen Städten gibt es auch günstige Hostels, in denen Du als Alleinreisende Anschluss finden kannst, auch wenn die Zahl der Backpacker im Balkan nicht groß ist. Generell wurde ich auf der Straße nicht blöd angemacht – abseits der touristischen Orte gab’s aber schon manchmal anzügliche Blicke und die ein oder andere Macho-Backe, mit der ich mich herumschlagen musste.

Auf den ersten Blick mag es nicht ersichtlich sein, aber die südosteuropäische Gesellschaft ist tief im Inneren noch konservativ und patriarchalisch geprägt. Als Folge dessen sind Machismus und Sexismus im Balkan immer noch an der Tagesordnung.

Was heißt das nun für Dich als Alleinreisende? Dir werden sicherlich einige Anmachen zuteil werden. Die meisten sind allerdings harmlos und vom Tisch, sobald Du deutlich Dein Desinteresse äußert.

Den Männern einfach vorzutäuschen, dass ich einen Freund/Mann hätte (Imam detschka/muzha) brachte mir absolut nichts. Manchmal kam dann sogar als Antwort, dass sie auch eine Freundin/Frau hätten (Imam devojku/zhenu/suprugu), aber egal, man könne ja trotzdem eine “Avantura” (Affäre) haben. Wie bitte?!?!

Muss ich etwas bei der Kleiderwahl beachten?

Nö! 🙂 Die einheimischen Frauen laufen wie wir im Hochsommer mit Shorts, Tops, Kleidern und Röcken herum. Auch in den (teilweise) muslimischen Ländern Bosnien-Herzegowina und Albanien konnte da keinen Unterschied feststellen, da dort Religion eine genauso untergeordnete Rolle spielt wie bei uns mittlerweile. Ich kann mich nicht einmal dran erinnern, überhaupt jüngere Frauen mit Kopftuch gesehen zu haben (außer türkische/arabische Touristinnen). In Albanien habe ich zum Teil lange Hosen getragen, um mich angesichts der Gaffer nicht so “ungeschützt” zu fühlen (auch wenn es letztendlich nichts geholfen hat).

Wie ist es in den muslimischen Teilen von Bosnien-Herzegowina?

Vom kroatischen Split nach Mostar in Herzegowina zu kommen war zunächst schon ein kleiner Kulturschock. Plötzlich wurde ich um 5 Uhr früh von Gebetsgesängen geweckt und stand in Shorts und Top vor einer Moschee – ist das wirklich in Ordnung? Ja, absolut. Bosnien-Herzegowina ist ein Vielvölker- bzw. Vielreligionen-Staat, und die Bosniaken haben schon immer einen liberalen Islam praktiziert (hierzu eine interessante ARD-Kurz-Doku). Frauen ziehen sich dort mehrheitlich genauso frei an wie in den anderen Balkanstaaten. Die verschleierten Frauen, die man in den Gassen von Mostar sieht sind, wie gesagt, größtenteils Urlauberinnen aus der Türkei und Arabien. Einzig im muslimischen Derwisch-Kloster in Blagaj musste ich mir einen Wickelrock und ein Tuch überlegen (wird beides ausgeliehen). Moscheen habe ich nicht besucht.

Die Sache mit Albanien…

Der Albanien-Teil meiner Reise ging gleich mit einer Katastrophe los: kaum war ich über die Grenze gekommen, wurde ich zuerst von meiner Mitfahrgelegenheit und dann sogar vom Taxifahrer begrabscht. Ziemlich aufgelöst kam ich am Stadtrand von Shkoder an und geriet dann glücklicherweise an sehr nette Albaner, die mich gleich zum Frühstück und zu einer Stadtrundfahrt einluden.

Doch kaum war ich wieder allein, ging es unangenehm weiter. Viele Cafés und Restaurants wollte ich gar nicht alleine betreten, da sie anscheinend ausschließlich von Männern besucht werden.  Noch schlimmer waren die zum Teil wirklich widerwärtig Blicke, mit denen mich viele Männer auf der Strasse musterten, die wohl den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben als in Cafés rumzuhocken und Frauen wie ein Stück Fleisch auf dem Grill anzugaffen. In der Hauptstadt Tirana war es diesbezüglich allerdings ok.

Noch einen Aspekt, den ich weder beschönigen noch verschweigen möchte, sind die bettelnden Roma-Kinder, auf die man in Südmontenegro und Albanien trifft. Ich gebe Kinderbettlern aus Prinzip kein Geld, weswegen sie sich dann teilweise aggressiv an mir festhielten, sich um mich scharten und mir so lange den Weg blockierten, bis ich ihnen dann doch entnervt ein paar Lek gab.

Albanien ist zweifelsohne ein wunderschönes und sehr gastfreundliches Land, und es fällt mir sehr schwer an dieser Stelle so deutlich über die negativen Seiten schreiben zu müssen. Aber dort allein als Frau zu reisen war manchmal einfach sehr nervig, und auch andere alleinreisende Mädchen haben mir unschöne Geschichten erzählt (z.B. von Belästigungen im Bus). Allein Reisen als Frau in Albanien würde ich Dir nur mit genügend Selbstbewusstsein, Stressresistenz und Kontakten vor Ort empfehlen. 

Couchsurfing im Balkan

Per Couchsurfing bei Einheimischen zu übernachten ist gerade als Alleinreisende das ideale Mittel, um Gesellschaft zu haben. Abgesehen von den kroatischen Küstenorten war es im Balkan relativ einfach, CS-Hosts zu finden. In Kroatien und Albanien hatte ich sogar eine der besten Couchsurfing-Erfahrungen in meinem Leben!

Leider gab es aber auch auffällig viele Männer, die CS offensichtlich als Datingplattform missbrauchen wollten. Meine Tipps zum Couchsurfing als Frau allgemein und speziell im Balkan:

  • Natürlich am besten bei Frauen couchsurfen, aber leider gibt es im Balkan recht wenig weibliche Mitglieder – bei mir klappte es nur einmal in 5 Wochen.
  • Bevorzuge Couchsurfer, die noch bei ihren Eltern wohnen. Bei Familien hatte ich bis jetzt immer die schönsten Erfahrungen und fühlte mich sehr sicher.
  • Vermeide Open Requests oder Last Minute Requests. Auf diese Anfragen antworteten mir zu 100% nur Männer, und da kamen auch ein paar unschöne Angebote wie “Lust auf Nacktbaden?”. Plane wenigstens ein bisschen voraus, schreibe erfahrene Hosts mit vielen Referenzen an, und schlafe damit nicht bei jemandem, nur weil sich sonst niemand gemeldet hat.
  • Adde deinen potenziellen Host auf Facebook oder Viber (ist im Balkan viel verbreiteter als Whatsapp) und chatte schon vorab mit ihm . So kannst Du schon relativ schnell merken, wie er tickt. Wenn da schon im vorhinein Kommentare kommen wie “Übrigens, Du bist süß!” oder er sich weigert, Dir seine Adresse zu geben, dann kannst Du Dir schon denken, dass da was im Busch ist.
  • In den immens touristischen Küstenorten in Kroatien (Split, Dubrovnik) war es im August unmöglich, einen Host zu finden. Entweder waren sie selbst im Urlaub oder von Anfragen erschlagen worden. Hier so früh wie möglich deine Requests rausschicken und schon mal Budget für die nicht ganz günstigen Hostels dort einkalkulieren (15-40€ pro Nacht!).

Allein als Frau Trampen im Balkan?

Per Anhalter fahre ich außerhalb Deutschlands generell nur auf kurzen Strecken (maximal 50-100km) und wenn nicht sowieso ein Bus fährt. Auf meiner Balkanreise habe ich es in Kroatien, Herzegowina, Montenegro und Albanien ausprobiert. Das Konzept des Trampens scheint in diesem Teil Osteuropas generell nicht so verbreitet zu sein – auch die Blogger von Nuéstra America haben vor kurzem als Tramper-Pärchen in der Slowakei schlechte Erfahrungen gemacht.

Es bleiben allgemein nicht viele Autos stehen, Frauen haben für mich sogar kein einziges Mal angehalten. Wenn, dann immer nur alleinfahrende Männer, aber oft verbunden mit Einladungen zum Kaffeetrinken oder blöde Fragen ob ich einen Mann/Freund habe (Imasch li muzha/detschka?). Der einzige Fahrer, der Englisch konnte, meinte auch, dass Trampen in der Gegend so unüblich ist, dass manche mich einer Prostituierten verwechseln könnten. Nachdem ich dann in Albanien tatsächlich von einem Fahrer begrapscht wurde und er mir eindeutig gestikuliert hat, auf was er aus ist, war dann an dieser Stelle auch definitiv Schluss für mich mit Trampen im Balkan.

Also, ganz ehrlich? Trampe als Frau nur wenn’s wirklich nicht anders geht und wenn Du wenigstens ein bisschen die jeweilige Landessprache kannst. Taxis sind bezahlbar, wenn auch manchmal schwer zu finden. Öffentliche Busse sind zwar nicht immer so frequent, aber wirklich günstig.

Sprachen im Balkan

Dich mit den Einheimischen verständigen zu können trägt ernorm zu Deiner Sicherheit bei. Im Balkan werden überwiegend südslawische Sprachen gesprochen. Englisch wird von Leuten, die nichts mit Tourismus zu haben, kaum verstanden (eher noch Deutsch!), vor allem je weiter südlich man kommt. Kroatisch, Serbisch, Montenegrin und Bosnisch sind im Grunde die gleiche Sprache (auch wenn es immer niemand zugeben will) und es lohnt sich immens, sich ein paar Worte Serbo-Kroatisch anzueignen – es ist wirklich nicht schwer und sogar in Mazedonien und Bulgarien kommt man damit durch. Ich kann wärmstens diesen kostenlosen Kroatisch-Sprachkurs empfehlen.

Albanisch ist dagegen weder slawischen noch romanischen Ursprungs und klingt komplett wie von einem anderen Stern. Da auch in Albanien wenig Englisch gesprochen wird, solltest Du Basics in Albanisch nochmal extra pauken oder zumindest auf einen Zettel aufschreiben.

Fazit: Ich kann eine Solo-Balkan-Reise definitiv empfehlen – die Region ist wunderschön und die Menschen sehr freundlich. In nicht so touristischen Orten und besonders in Albanien sollte man sich aber ein dickeres Fell gegen die ein oder andere Anmache oder anzüglichen Blicke zulegen. Beim Couchsurfing sollte man allein als Frau Vorsicht walten lassen und Trampen am besten ganz bleiben lassen.


Meine Reiseführer-Tipps:


Lonely Planet
Southeastern Europe


Stefan Loose
Kroatien


Zur Vorbereitung Deiner Reise empfehle ich Dir den Lonely Planet Southeastern Europe, anscheinend der einzige Reiseführer weit und breit, der den kompletten Balkan abdeckt!

Ansonsten kann man sich die Guides für die entsprechenden Länder einzeln zusammenkaufen, zum Beispiel den Stefan Loose Kroatien.

 

Zum Weiterlesen: So schön ist der Balkan! Meine Top 10 Balkan Highlights

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Würde Dich eine Balkan-Reise reizen? Bist Du schon dort gereist und möchtest Deine Erfahrung teilen? Rein damit in die Kommentare! (Meinungen von Männern sind natürlich auch sehr willkommen!)


allein_reisenIn der Serie “Allein Reisen als Frau in …” teile ich mit Dir meine persönlichen Erfahrungen als Solo-Backpackerin in verschiedenen Ländern. Welche Tipps kann ich Dir geben und was solltest Du als Frau in diesem Land beachten?
Teil 1: Allein Reisen als Frau in Marokko
Teil 2: Allein Reisen als Frau im Balkan
Teil 3: Allein Reisen als Frau in Istanbul
Teil 4: Allein Reisen als Frau im Iran [coming soon]
Teil 5: Allein Reisen als Frau in Indien

28 Comments

  • Henrike says:

    Hallo Steffi,
    Wie bist du denn mit dem öffentlichen Nahverkehr zurechtgekommen? Hast du alles gut erreicht?
    Mein Freund und ich möchten eine Balkan-Tour ohne Auto starten, bisher höre ich aber nur Geschichten über komplett überfüllte Busse, die keinem Fahrplan folgen und mit denen man viele Orte die etwas abseits liegen (wir möchten auch Wandern) gar nicht erreicht…
    Viele Grüße
    Henrike

    • Stefanie says:

      Hallo Henrike,
      das kann ich so gar nicht bestätigen, bin zur Hochsaison (August) gereist und habe keinen einzigen überfüllten Bus erlebt, da 95% der Urlauber eh mit dem eigenen Wagen unterwegs sind 🙂
      Ich weiß nicht, wo ihr wandern wollt, aber eigentlich kommt man überall hin. Zur Not muss man halt dann mal ein Taxi zahlen, aber das kostet dort wirklich nicht die Welt 🙂 oder per Anhalter fahren!
      Viel Spass und LG
      Steffi

    • arie says:

      Servus, ich fahre am 8.7.17 mit dem Bus nach Sarajevo und möchte gerne wandern gehen von dort aus – ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie das gehen könnte. Ich bin alleine, über 70 Jahre und spreche nur die üblichen Sprachen. Kannst Du mir etwas über eure Wandererlebnisse erzählen, mit Tipps geben etc. Das wäre schön. Marie aus München

    • Stefanie says:

      Liebe Marie,
      leider war ich in der Gegend von Sarajevo nicht wandern. In Bosnien sprechen ziemlich viele Leute Deutsch, keine Sorge, das wird schon irgendwie!
      Viel Spaß, Steffi

  • Susan says:

    Hallo Stefanie,

    ich bin gerade zurück von meiner Reise: München-Kroatien-Serbien-Mazedonien-Albanien-Italien-München und habe keinerlei schlechte Erfahrungen machen müssen, mit Männern.
    Davon konnte ich mit 20, 30 ganze Seiten voll schreiben mitten in Deutschland, Grabscher usw., also für solche Erfahrungen muss man Germany nicht verlassen, da passiert es nur versteckter.

    Dass in der Fremde zu erleben ist sicher nochmal anders.

    Ich mag die albanischen Männer komischerweise ganz besonders, weil sie nicht so verkopft und verkrampft sind.
    Das die Cafes mit ” Machos” gefüllt sind, ist mir auch aufgefallen, hat mich aber nicht gestört.
    Hier starren alle auf ihr “Gerät” und überhaupt nicht mehr nach rechts oder links, dort starrt man direkt auf die Strasse und auf alles was sich dort bewegt.
    In jedem Bus oder Zug ist mir das aufgefallen, man ist offen und kommt schnell ins Gespräch.
    Die meisten Verhaltensweisen sind genauso harmlos wie ein “Italienisches Ciao Bella”.
    Vielleicht weil ich nicht blond oder schon 44 bin, aber es sind mir keinerlei Belästigungen begegnet.
    Im deutschen Fernbus ist keiner auf die Idee gekommen, ins Gespräch zu kommen, warum auch, man verbringt ja nur 10 h im selben Verkehrsmittel.

    Romakinder sind mir auch oft begegnet, aber es störte mich nicht, dieses Verhalten dient dem Überleben, sie lernen und kennen nichts anderes.

    Ansonsten war ich genauso begeistert wie alle Anderen hier mit ihren ” Balkanerfahrungen”, ich empfinde im Moment sogar sowas wie ein Loch, die Stimmung dort und von mir empfundene zwischenmenschliche Wärme, Entspanntheit usw, da kommt mir München gerade sehr kalt und maschinell vor..

    Ich würde jederzeit wieder hin!

    Beste Grüße

    Susan

    • Stefanie says:

      Hey Susan, danke für deinen Kommentar! Ich bin in Deutschland in meinem ganzen Leben noch nie physisch sexuell belästigt worden… aber freut mich in jedem Fall, dass es dir so gut gefallen hat! 🙂 vielleicht liegts wirklich an der Haarfarbe, haha! Lg Steffi

  • Kaan says:

    Hey Steffi,

    Deine Reise klingt – abgesehen von den Zwischenfällen – sehr toll! Fahre jetzt demnächst auch los und wollte von dir wissen, ob du Gastgeschenke dabei hattest. Habe schon sehr oft gelesen, dass man sich da freut. Habe aber keine Ahnung, was man da mitnehmen könnte und wann man sowas schenkt.

    Lg Kaan

    • Stefanie says:

      Hallo Kaan!

      Da meine Reise sehr lang war habe ich mich auf kleine Mitbringsel beschränkt, wie Postkarten und Magnete aus München 🙂

      Viel Spaß! Steffi

  • Peter says:

    Hallo Steffi,

    interessanter Text. Hab eine etwas längere Tour (mit Rumänien und Moldawien) als Mann gemacht, was etwas weniger stressig war. Statt angefasst zu werden, wurde ich zum Mittagessen oder auch mal zum Konsum gewisser bewusstseinserweiternder Substanzen eingeladen.
    Eine Anmerkung habe ich aber. Du schreibst: “Auch in den (teilweise) muslimischen Ländern Bosnien-Herzegowina und Albanien konnte da keinen Unterschied feststellen, da dort Religion eine genauso untergeordnete Rolle spielt wie bei uns mittlerweile.” Das war vor dem Balkan-Krieg noch viel liberaler, wie man mir mehrfach versichert hat. Insofern ist es mittlerweile eher ein Rückschritt, auch durch den Einfluss reicher Investoren aus den arabischen Ländern.

    Welches Land war das schönste?

    LG

    Peter

    • Stefanie says:

      Hey Peter 🙂

      Ja, das hab ich in Bosnien auch mitbekommen, dass türkische und saudi-arabische Organisationen dort Islam-Zentren errichten… aber trotzdem finde ich, dass man sich dort als Touristin viel freier bewegen und verhalten kann als in anderen muslimischen Ländern.

      Puh, ganz schwer zu sagen, ich glaub mein Lieblingsland war sogar Bosnien 😉

      LG Steffi

    • Peter says:

      Mein Liebling war ganz klar Albanien. Aber das lag auch daran, dass ich als Mann es erheblich angenehmer hatte. Die Cafés voll mit Männern sind mir dort auch das erste Mal auf Reisen aufgefallen. In Syrien waren das dann ganze Turnhallen voll mit rauchenden, Karten spielenden Männern.
      Bosnien fand ich aber auch sehr schön und da gibt es noch einige Orte, die ich mir noch anschauen will.

      Liebe Grüße!

  • Angela Gutschmidt says:

    Hallo Steffi,
    du hast eine wirklich spannende Reiseseite!
    Allerdings war ich überrascht über Deine negativen Eindrücke in Albanien. Ich war mit meinem VW-Bus alleine unterwegs, habe auch immer wieder Tramper, selbst Männer mitgenommen, denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind dort nicht so gut ausgebaut wie bei uns. Aber außer netten Gesprächen habe ich keine Belästigungen erlebt. Ich war in Shorts, Träger T-Shirt und Flipflops auf den Straßen unterwegs, anzügliche Blicke sind mir allerdings nicht aufgefallen – ich hatte sogar den Eindruck, dass ich sehr wenig beachtet werde, was ich als angenehm zurückhaltend empfunden habe.
    Natürlich kann man die Erfahrungen anderer Reisender nicht negieren, und ich wäre sicher auch verärgert, hätte ich das Gleich wie Du erlebt, aber ich selbst habe nur gute Erfahrungen gemacht und würde jede (!) ermutigen, auch dorthin zu fahren. Ich habe die Albaner als ausgesprochen freundlich erlebt und finde das Land ist echt eine Reise wert!
    Viele Grüße
    Angela

    • Stefanie says:

      Hallo Angela!

      Danke für deinen Bericht. Freut mich, dass es dir anders erging!
      Warst du vielleicht eher an der Küste unterwegs? Ich war nur im Landesinneren.

      Ich habe wirklich lange überlegt, ob ich diesen negativen Erfahrungsbericht über Albanien veröffentlichen soll, und ob es richtig ist, meine persönliche schlechte Erfahrung zu verallgemeinern. Aber da ich wirklich jeden einzelnen Tag ein negatives Erlebnis hatte und auch andere Alleinreisende in Tirana mir unschöne Dinge erzählten, schloss ich daraus, dass eine Warnung wohl gerechtfertigt ist.

      Ich lasse mich da aber auch gerne eines besseren belehren, dazu sind die Kommentare ja da 🙂

      LG Steffi

  • Iris says:

    Vielen Dank für den Artikel, hat mir sehr weitergeholfen 🙂 Ich finde auch sehr gut, das Du eine ganze Serie “als Frau alleine in..” gestartet hast. Genau sowas habe ich gesucht. Ich überleg gerade mal alleine in den Kosovo zu reisen. Ich habe allgemein noch nicht so viel Reise Erfahrung (nur kurze Städte Trips in Europa, meistens mit Freunden. Und ich war mal 6 Wochen in Indien, bin da aber nicht rumgereist).
    Naja, mal schauen.

  • Jesse says:

    Hey Stefanie,
    danke für deinen Artikel.
    Ich plane zwar nicht alleine durch den Balkan zu reisen, aber ich habe dennoch ein paar Fragen zum Budget.
    Wir sind zwei Leute und planen für höchstens einen Monat (eher weniger) durch ein paar Länder des Balkans und zum Abschluss Italien zu reisen.
    Wir haben jetzt den Balkan Flexipass gefunden, sind uns aber nicht sicher ob es das Richtige für uns ist.
    Wie teuer waren die Fahrten mit dem Bus ungefähr? Hattest du dich auch über den Flexi Pass informiert und überlegt ob du ihn nimmst? Wo kann man am Besten sparen?
    Wir sind im Moment in Zagreb und sind von dort aus schon nach Ljubiljana und Budapest gefahren, dass war gar nicht so günstig wie angenommen. 😀
    Vielen Dank schonmal für deine Tipps und deine Hilfe!

    • Stefanie says:

      Hi Jesse!
      Tut mir leid, aber leider kann ich euch bei der Frage nicht helfen, habe noch nie von diesem Pass gehört. Kroatien, Slowenien und Montenegro sind deutlich teurer als zum Beispiel Bosnien oder Albanien.
      LG Steffi

    • stefan says:

      Ich würde nicht Kroatien und Slowenien als Preisvergleich für den Balkan nehmen.

      Zum Ticket: Hier wäre ich vorsichtig von Balkan zu schreiben. Wer das Kleingedruckte liest, der weiss, dass die teuren Länder Slowenien und Kroatien garnicht dabei sind. Dazu muss man beim Balkan wissen, dass es auch viele Gegenden gibt, wo gar keine Bahn ist. In Kroatien hört sie ja in Split auf. Desweiteren besteht bei vielen teuren Zügen (das sind meistens die interessanten über die Grenze) eben eine Reservierungspflicht und die ist nicht im Ticket.

      Die Kosten sind m.W. auch sehr unterschiedlich. In GR kostet das Ticket mehr als in Serbien. In Serbien bezahlst du als Ü26 210 Euro für 10 Tage. Die Frage ist da halt wie oft man Tage hat die >21 Euro an Transport kosten würden. Dazu gibt es v.a. in Serbien auch jede Menge Sonder-Tickets. Belgrad/Zagreb 19 Euro, Belgrad/Bar (Montenegro) 9,90 Euro, Belgrad/Budapest 15 Euro, Belgrad/Ljubeljana 25 Euro … Bei längeren Strecken über eine Grenze kann man oft auch die günstigeren Züge bis zu Grenze nutzen und nur für über die Grenze den IC.

      Ich denke, dass es schwierig ist wirklich Geld mit dem Ticket zu sparen. Kann mir das eigentlich nur vorstellen, wenn man längere Strecken im teuren GR zurücklegt. Von GR kommt man m.W. auch garnicht mehr so einfach per Zug in das Ausland. Grenzübertritte ala Türkei (sind auch im Pass mit drin) nach Bulgarien macht man wahrscheinlich eh besser im Bus. Und innerhalb eines Landes kommt man (außer Kroatien) kaum über 20-25 Euro, Das reicht m.W. auch um ganz Bulgarien oder Rumänien zu durchqueren.

  • Nela says:

    Hallo Stefanie,
    super-informativer Artikel. Ich war schon so oft in Kroatien, insbesondere Trogir, weil ein Freund von mir dort zu hause ist. Daher ist das schon fast meine zweite Heimat. An Couch Surfen haben ich ehrlich gesagt noch gar nicht gedacht. Aber so wie du es beschreibst, ist es durchaus eine tolle Option, wenn richtig geplant.
    Weiterhin alles Gute für deine Reisen die mir/uns so viel schönes Lesefutter bescheren.
    LG Nela

  • Doro says:

    Hej, dein Bericht ist toll. Schreckt mich aber auch ab (:. Ich wollte eine Woche alleine durch Albanien Reisen und habe in Hamburg bis aufs grapschen die Erfahrungen gemacht die du beschreibst ,und dachte das wäre ein inselphänomen wenn viele Männer auf einem Haufen sind, aber scheinbar nicht. Würdest du nochmal nach Albanien Reisen oder empfiehlst du eher andere Balkan Länder?

    • Stefanie says:

      Hey Doro!
      Ja, wenn ich ehrlich bin war es in den anderen Balkan Ländern viel angenehmer, andererseits ist Albanien auch total schön und interessant und viele Leute waren auch total nett! Ich denke ich würde schon nochmal allein hinfahren, aber mich dann vorher besser um Couchsurfing Kontakte kümmern, einfach um nicht so viel allein in der Gegend rumzulaufen.
      LG Steffi

    • Jessi says:

      Gerade auf den Artikel gestoßen weil ich auch den gleichen Plan wie Doro hatte. Bin etwas abgeschreckt von Albanien obwohl ich auch immer gerne alleine unterwegs bin. Mal schauen, aber danke für den tollen Artikel – hat mir schon viel weitergeholfen 🙂

    • Stefanie says:

      Sehr gern 🙂 Mach am besten deine eigenen Erfahrungen, vielleicht hatte ich einfach nur furchtbar Pech!

  • Hallo Steffi,

    ich habe dich für den Liebster Award nominiert und würde mich sehr freuen, wenn du meine 11 Fragen zum Thema Reisen und Reiseblog beantwortest 🙂

    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Sonja

    http://www.delightfulspots.de/2015/03/27/liebster-award-frage-antwort-spiel/

    • Stefanie says:

      Vielen Dank Sonja! das ist lieb, Ich glaub ich bin jetzt schon 20 Mal nominiert 😉 bin leider im Moment sehr stark mit Arbeit umd eigenen Projekten eingespannt.. naja vielleicht schaff ichs irgendwann zu antworten 😉

  • Martin says:

    Trampen ist in Rumänien ein Standardverkehrsmittel. Zur Feierabendzeit stehen große Menschentrauben an den Straßen und blicken einem böse hinterher, weil man nicht angehalten hat (Das Auto war voll, aber die Menschen in Südosteuropa haben von “voll” andere Vorstellungen… 😉 ). Wir haben es nicht ausprobiert, aber ich kann mir vorstellen, dass Trampen dort gut funktioniert.
    Allerdings gibt es in Rumänien noch deutlich mehr Bettelkinder als in Albanien, zumindest meiner Wahrnehmung nach.
    Seltsam, dass die bei dir handgreiflich geworden sind. Bei uns waren die Bettler bisher zwar auch immer aufdringlich und sehr nervend, aber angegrabbelt worden sind wir nie. Das ist scheinbar ein deutlicher Unterschied, wenn man allein als Frau unterwegs ist.
    Liebe Grüße
    Martin

    • Stefanie says:

      So hatte ich mir das Tramping-mäßig auch in den anderen Balkan-Ländern vorgestellt 😉 ich war noch nie in Rumänien insofern kann ich dazu nichts sagen. Ich weiss, dass der geographische Begriff “Südosteuropa/Balkan” eigentlich mehr Länder einschließt als die von mir bereisten, aber was besseres ist mir nicht eingefallen 😉 “Als Frau Reisen in Ex-Jugoslawien+Albanien+Mazedonien+Bulgarien” wäre auch schlecht gegangen 😉
      LG Steffi

  • inka says:

    Groß-groß-großartiger Artikel, mit so unglaublich vielen Hintergrundinfos, dass ich das Gefühl habe, hier wirklich einen (sicherlich kleinen) Einblick bekommen zu haben. Und danke außerdem für Deine Ehrlichkeit. Ein ganz toller Artikel den hoffentlich viele lesen werden.
    LG /inka

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